Klimaerwärmung macht auch den Imkern zu schaffen
Bienenzucht nicht immer ein Honigschlecken

Beim Imkerverein herrscht Freude über die Neuimker. Mit ihm freuen sich (von links) Kreisvorsitzender Hermann Bronold, Gast Karel Spacek, Bürgermeisterin Birgit Höcherl und Vorsitzender Richard Forster. Im Bild auch die Neuimker Angela Biegerl, Andreas Stepper und Josef Webber (von rechts) und dahinter Neuimker Hans Pfistermeister, Kassier Andreas Schwendner, Neuimkerin Andrea Scheuerer und Schriftführer Simon Bayer. Bild: gl
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Schönsee
20.01.2016
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Auch die Imker reden von der Klimaerwärmung, von der ihre Völker tangiert werden. Dennoch zeigte sich Vorsitzender Richard Forster vom Imkerverein Dietersdorf-Schönseer Land bei der Jahresversammlung zufrieden über das zurückliegende Bienenjahr und die Mitgliederentwicklung.

-Dietersdorf. Unter den zahlreichen Besuchern, darunter viele Imkerfrauen, begrüßte er besonders Bürgermeisterin Birgit Höcherl und Dr. Karel Spacek den Vorsitzenden der Imker in der Nachbarstadt Pobezovice (Ronsperg) sowie Kreisvorsitzenden Hermann Bronold als Referenten.

Druck durch Varroamilbe


In seinem Rückblick verwies der Vorsitzende auf die zurückliegenden warmen Winter, so auch 2014/2015, bei denen die Bienen die Brut fortsetzen. Der Druck durch die Varroamilbe war schon im Herbst sehr hoch, sodass viele Völker zusammenbrachen. Ansonsten helfe es nichts, über die Varroa zu jammern, sondern zu handeln. So gab es nach der Winterbehandlung sehr wenig abfallende Bienen, aber durch die Reinvasion und Räuberei Ausfälle, manchmal bis zu 50 Prozent. Eine gute Kunde ist, dass von den Experten in Süditalien kein weiterer Befall mit dem kleinen Beutekäfer gemeldet wurde. Grundsätzlich war 2015 ein gutes Honigjahr und die Völker entwickeln sich gut.

Aktuell gab es nach dem Frost im Dezember und brutfreien Völkern am Heiligen Abend guten Bienenflug. Aufgaben der Imker am Bienenstand betrreffen Gefahren durch den Specht und Mäuse; bei Schnee sollte das Flugloch freigehalten werden. Dazu können Rähmchen hergestellt und Mittelwände gegossen werden. Ab Februar ist Futterkontrolle angesagt und der Reinigungsflug muss abgewartet werden. Dann steht einem neuen Bienensommer nichts entgegen.

Was die Mitgliederentwicklung anbelangt so ist eine Steigerung auf 43 Imker nach 35 im Vorjahr zur registrieren, davon 36 (30) mit Völkern. Insgesamt wurden 200 (252) Völker gemeldet, was einen Durchschnittswert von 5,6 (8,4) pro Mitglied entspricht. Erfreulich ist das auf 50,2 (50,4) gesunkene durchschnittliche Alter der Mitglieder. Es wurden 135 Königinnen gezüchtet, davon 71 Arnika und 64 Buckfast. Zudem wurden sechs Probeimker im ersten Jahr und fünf Neuimker im zweiten Jahr betreut. Diese erhielten als Anerkennung je ein Kilogramm Mittelwände. Weitere Interessenten sind immer willkommen.

Im Berichtsjahr wurde zu zwei markanten Geburtstagen gratuliert, die Versicherungen wurden korrigiert und eine Vierwabenschleuder, die sich im Bienenheim befindet, angeschafft, wozu eine Zuwendung der Raiffeisenbank von 500 Euro gute Verwendung fand. Daneben kann eine Mittelandpresse und ein Melitherm ausgeliehen werden. Schriftführer Simon Bayer verwies auf vier Fachvorträge, monatliche Zusammenkünfte sowie eine Abschlussfeier. Heuer stehen wieder vier Fachvorträge, ein Grillfest und Stammtische im Angebot. Bereits am 31.Januar wird die Jahresversammlung der Imkerfreunde in Pobezovice besucht.

Für Einsatz gedankt


Bürgermeisterin Birgit Höcherl dankte für geleistete Arbeit auch für die Natur und zeige sich erfreut über den Anteil an jüngeren Mitgliedern und Frauen und die Zusammenarbeit mit den Imkern im Nachbarland. Kreisvorsitzender Hermann Bronold verwies auf die im "Imkerfreund" enthaltenen Angebote auch hinsichtlich neuer Bekämpfungsmittel. Er erwähnte die kostenlose Rückstandsuntersuchung über das Tierzuchtamt sowie die Termine für die Bestellung von Varroamitteln, Vortragsveranstaltungen und die Kreisversammlung am 27. Februar mit Neuwahl, sowie eine zentrale Einführung von Neuimkern am 12. März in Schwarzenfeld.

In seinem Vortrag über Völkerführung und Frühjahrsarbeiten ging Hermann Bronold auf die Vorbereitungen mit neuen Rähmchen und Mittelwänden sowie den Wachskreislauf ein. Die Beschaffung von geeignetem Zuchtmaterial, Futterkontrolle, Weichselrichtigkeit, Behandlung der Drohnenzellen, Zusammenlegungen und Ablegeranschaffung waren weitere Themen.

Vorsitzender Richard Forster dankte Hermann Bronold für seine Beratungen und das langjährige Wirken im Amt als Kreisvorsitzender, das er in der Kreisversammlung abgeben will. Seine Erfahrungen werden aber weiterhin gefragt sein.
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