Klöppeln wird zum Kulturerbe
Heimatliebe mit Borte und Spitze

Bürgermeister Ludwig Prögler und Bürgermeisterin Birgit Höcherl dankten der Kulturreferentin Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx (Mitte) für ihre Unterstützung.
Vermischtes
Schönsee
13.09.2016
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Die ehemalige Klöppelschule in Tiefenbach beherbergt mittlerweile das Klöppelmuseum und das Rathaus. Vor dieser Kulisse präsentierten sich die Mitglieder der Klöppelkreise mit ihren geklöppelten Applikationen an Schultertüchern und Schals. Bilder: hfz (2)

Eine große Auszeichnung erhält die Handwerkstradition "Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald": Sie wird in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingetragen. Für die offizielle Aufnahme ist ein festlicher Rahmen vorgesehen.

Tiefenbach/Schönsee. Der NT hatte bereits in der Ausgabe vom 30./31. Juli über den Eintrag ins Landesverzeichnis berichtet. Nun gaben Bürgermeister Ludwig Prögler (Tiefenbach), seine Schönseer Amtskollegin Birgit Höcherl und Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx, Kulturreferentin und fachliche Museumsbetreuerin im Landkreis Cham, die freudige Nachricht offiziell bekannt. Dazu waren zahlreiche Mitglieder des Klöppelkreises Schönsee-Tiefenbach-Stadlern ins Tiefenbacher Rathaus gekommen.

Fundierte Bewerbung


Bürgermeister Ludwig Prögler informierte über die Geschichte des Spitzenklöppelns im Oberpfälzer Wald, das seit dem 19. Jahrhundert ein wesentlicher Bestandteil lokaler Identität sei. Durch die sehr gute Zusammenarbeit der Klöppelorte Schönsee, Stadlern und Tiefenbach konnte eine fundierte Bewerbung zusammengestellt werden. Unter anderem unterstrichen zwei aussagekräftige Gutachten von volkskundlichen Fachvertretern die Bedeutung des Spitzenklöppelns als Tradition einer besonderen Hausindustrie des Grenzlandes.

Festakt im Kaisersaal


Am 19. Juli teilte der bayerische Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Dr. Ludwig Spaenle, den beiden Gemeinden mit, dass die Handwerkstradition "Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald" Eingang in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes finden wird, freute sich Bürgermeister Prögler. Damit werde das Spitzenklöppeln in das bayerische Register "guter Praxisbeispiele" zur Erhaltung des Kulturerbes aufgenommen. Bei einem abendlichen Festakt im Kaisersaal der Münchner Residenz am 10. November wird "Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald" feierlich ins Verzeichnis aufgenommen.

Bürgermeister Ludwig Prögler zitierte aus dem Schreiben des Staatsministers und richtete sich dabei vor allem an die Mitglieder der Klöppelkreise: "Verstehen Sie die Aufnahme als Wertschätzung und Anerkennung für den Einsatz im Zusammenhang mit dem Erhalt und der Weitergabe bayerischer Traditionen und Werte." Dies sei Ausdruck für gelebte Heimatliebe und Heimatverbundenheit. Zusätzlich stehe das Oberpfälzer Spitzenklöppeln auf der bayerischen Vorschlagsliste für eine Aufnahme in das Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes.

Die Schönseer Bürgermeisterin Birgit Höcherl dankte den Mitgliedern der Klöppelkreise mit den Vorsitzenden Sieglinde Prögler und Frieda Roith für ihr großes Engagement, das diese Auszeichnung erst möglich mache: "Durch eure große Motivation, eure Hochleistung und den Zusammenhalt wird das Klöppeln weitergeführt und in die Zukunft weitergetragen." Beide Bürgermeister lobten Kulturreferentin Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx für ihre kompetente Beratung und tatkräftige Unterstützung.

Die Kulturreferentin freute sich über die große Runde der Klöpplerinnen: "Sie sind der Mittelpunkt und tragen die Tradition über Generationen weiter". Dabei erwähnte sie das Museum in Tiefenbach und die aktiven Klöppeltage in Schönsee.
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