Kommissar Wolfgang Sennfelder weiß, was Einbrecher abschreckt
Schwachpunkte im Blick

Kriminal-Hauptkommissar Wolfgang Sennfelder gab wichtige Hinweise zum Einbruchschutz und zur Nachrüstung von Fenstern und Türbeschlägen. Bild: gl
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Schönsee
14.03.2016
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"Wir wollen, dass sie sicher leben", lautete das Motto eines Informationsabends über Einbruch in Haus und Wohnung, zu dem die Schönseer Feuerwehrsenioren eingeladen hatten. Hauptinitiator Siegfried Hammerer konnte dazu den Kriminal-Hauptkommissar Wolfgang Sennfelder von der Kripo in Amberg aufbieten.

Wegen der Häufung von Einbruchsdelikten war die Veranstaltung schon seit längerem geplant. Doch gerade weil es so viele Vorfälle gab, war auch der Referent sehr gefragt. Ein Trugschluss sei auf jeden Fall die landläufige Meinung: "Bei mir ist nichts zu holen. " Niemand sei gegen Einbrüche, die damit einhergehenden Schäden und psychische Folgen gefeit, wie Sennfelder betonte. Denn Einbrecher hätten meist ein Gespür und viel Erfahrung und scheuten zuweilen auch die Anwesenheit von Hausbewohnern nicht.

Die Einbrecher kommen meist unbemerkt ins Haus und benötigen dazu nur einen massiven Schraubenzieher, um die Balkontüren und Fenster im Erdgeschoss auszuhebeln, warnte der Fachmann. Deshalb empfahl der Kriminalbeamte die oft primitiven Schließeinrichtungen mit sicheren Elementen nachzurüsten. Besser sei es aber, schon beim Neubau darauf zu achten. Er hatte auch Muster von diversen Anlagen dabei und erläuterte die Kniffe, mit denen die Einbrecher ans Werk gehen. Ein Schwachpunkt bei den Türen sind demnach die Schließzylinder und die Schließbleche. Hier gebe es aber wirksame Alternativen. Kellertüren erachtete er als weiteren Schwachpunkt, diese könnten mit einer Vorlege-Stange gesichert werden. Ebenso gebe es für Kellerschächte wirksame, aber meist nicht handelsübliche Sicherheitsvorrichtungen.

Sinnvoll seien auch einbruchhemmende Rollos für Fenster und Türen. Oberstes Ziel aller Maßnahmen: einen Einbruch verzögern und damit eventuell verhindern. Dazu könnten Alarmanlagen mit Kameramodulen an der Klingel und Speichermöglichkeit beitragen. Bewegungsmelder könnten auch an die Rauchmelder gekoppelt werden, gab der Fachmann zu bedenken und ging darauf ein, wie Grundstücke abgesichert werden können.

Dazu bietet die Kriminalpolizei Amberg eine kostenlose Beratung mit Hausbesuch durch einen fachkundigen Beamten an, der bei jeder Polizeiinspektion angefordert werden kann. Der Kriminal-Hauptkommissar ging auch auf Fragen der Besucher ein. Er empfahl eine Auflistung der Wertgegenstände, möglichst mit Bild, damit diese später auch zugewiesen werden können.

Goldene RegelnSechs goldene Verhaltensregeln zum Schutz vor Einbrechern:

Stets die Haustüre verschließen

Immer Fenster und Türen geschlossen halten (gekippte Fenster sind offene Fenster).

Niemals den Schlüssel draußen verstecken.

Bei Schlüsselverlust den Schließzylinder wechseln.

Auf Fremde im Umfeld achten

Keine Hinweise auf Abwesenheit geben. (gl)
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