Stadtrat beschließt einfache Dorferneuerung Dietersdorf
Pflaster, Bäume und Sitzstufen

Der Schwerpunkt der Dorferneuerung liegt in der Umgestaltung der Straßenräume und Freiflächen rund um die Kirche "Maria vom Siege".
Vermischtes
Schönsee
17.02.2016
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Der Platz vor dem ehemaligen Feuerwehrhaus soll künftig für verschiedene Aktionen genutzt werden. Die örtlichen Vereine wollen den Kindern und Jugendlichen ein attraktives Freizeitangebot bieten. Alle Einwohner können sich auf einen Lehmbackofen und Grillmöglichkeiten für Feste freuen. Archivbild: Portner

Barrierefrei und mit viel Aufenthaltscharakter - die Dorfmitte von Dietersdorf wird sich Ende des Jahres in neuem Glanz präsentieren. Der Stadtrat genehmigte am Dienstag den überarbeiteten Plan. Dabei ging es nur um ein Detail.

Ausführlich vorgestellt und diskutiert wurde die einfache Dorferneuerung in Dietersdorf in der Sitzung am 29. September 2015 (wir berichteten). Die Entwurfsplanung wurde genehmigt und beim Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz eingereicht. Das Amt hat die Maßnahme nun auch zwischenzeitlich eingeleitet und dafür 350 000 Euro an Fördermittel freigegeben. Der Stadtrat wollte zwischenzeitlich einige Details mit den Bürgern abklären und auch eine Reduzierung der veranschlagten Kosten von rund 922 000 Euro diskutieren.

Gesägt und gespalten


Der überarbeitete Plan stand am Dienstag zur Debatte und wurde ohne längere Aussprache auch einstimmig beschlossen. Nun werden die Ausschreibungen gestartet. In den Ausführungen von Landschaftsarchitekten Andreas Thammer ging es vor allem um die Wahl des Pflasterbelages und darum, ob die Fugen in gebundener Bauweise (mit Drainagebeton) oder ungebunden (Split/Sand) beziehungsweise als Rasenfuge ausgeführt werden. Verwendet wird Granitstein gesägt mit Oberflächenbehandlung (teuerste Variante) und gespalten in verschiedenen Größen. Die Stadträte zeigten sich mit den Vorschlägen des Architekten einverstanden. "Wir sollten farblich in einem System bleiben", meinte Langlebig sei ein Riemchenpflaster.

Die Verkehrssicherheit soll für Fußgänger und auch Senioren mit Rollatoren erhöht werden und dafür zum Schnellfahren verleitende Situationen zwischen Kirche und ehemaligem Feuerwehrhaus entschärft werden. Die Staatsstraße wird auf eine Breite von sechs Meter "verengt", beginnend beim Kirchenaufgang.

Backofen und Hochbeete


Die Dorfkirche erhält einen breiten barrierefreien Zugang. Auf Vorschlag der Bürger wird die Pflanzfläche neu gestaltet; eine Sitzmauer soll die Aufenthaltsqualität steigern. Die Belastung durch landwirtschaftlichen Verkehr wird bei der Pflasterung von Zufahrten beachtet. Ob eine Spielstraße definiert wird, muss noch abgeklärt werden. Die hintere Busbucht wird nach nochmaliger Abstimmung mit der Polizei und der Verkehrsbehörde (Landratsamt) zurückgebaut. Es soll hier ein breiterer Gehwegbereich, mit Bäumen (Hainbuchen) überstellt, geschaffen werden.

Im Umfeld des ehemaligen Feuerwehrhauses soll für Kinder - in Zusammenarbeit mit den Vereinen - die Gelegenheit zum kreativen Spiel ermöglicht werden. Gedacht ist an Hochbeete, eine Hütte aus Strohballen, Weidentipi und einen Lehmbackofen. Für Feste ist ein überdachter Bereich zum Grillen angedacht. Der Platz selbst wird multifunktional gestaltet, mit wassergebundener Decke und einer Sitzstufe aus gebrochenem Naturstein. Kurz wurde noch die Frage "Granit ist nicht gleich Granit" angesprochen. Einheimischer Granit werde favorisiert, jedoch müsse auch der Preis für günstige "China-Ware" abgeklärt werden. Nachdem der Plan für die einfache Dorferneuerung nun beschlossen ist und der Stadtrat damit die Richtung vorgibt, besteht laut Andreas Thammer die Möglichkeit einer Einzelberatung für Anlieger. Diese könnten mit einer Förderung von bis zu 30 Prozent rechnen.

"Es läuft Zahn in Zahn", sagte Bürgermeisterin Birgit Höcherl und bekräftigte: "Wir haben Druck und müssen in Kürze ausschreiben." Das Möglichste sei erreicht, wobei in Details noch Verbesserungen möglich seien, welche aber Privateigentum betreffen. Hier könne man noch nachfassen. "Es ist ein guter Wurf geworden", sagte Josef Eibauer, "die Dorf-Werkstätte hat Sinn gemacht, auch wenn es lange dauerte." Kompromisse mussten gemacht werden, aber so wie es ist, könne er es mittragen. Um die Planung für Gehsteige, Rinnen und Randsteine ging es am gestrigen Mittwoch bei einer Ortsbegehung mit dem Straßenbauamt.

"Im Winkl" ausgeklammert


Die eingangs angesprochene Kostenreduzierung wird auf NT-Nachfrage laut VG-Chef Matthias Jeitner dadurch erreicht, dass die Busbucht und der Bereich "Im Winkl" (gegenüber Trachten Ebnet) nicht umgebaut werden. Die Kosten für die Maßnahme "Dorfmitte" schätzt er auf 600 000 bis 700 000 Euro. Näheres würden erst die Bescheide ergeben. Ein weiterer Bericht zur Sitzung folgt.
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