Theaterabende in Schönsee
Pfarrer setzt aufs Laienspiel

Die Mitwirkenden beim Kolping-Theater stehen ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag mit dem Stück "A so a Viecherei" auf der Bühne. Bilder: mmj (2)
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Schönsee
09.11.2016
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Wie letztmals bei "Der Himml woart niad" (Szenenbild), wollen auch diesmal die Laienspieler im Caritas-Saal für beste Unterhaltung sorgen.

Theateraufführungen haben bei der Kolpingfamilie seit Jahrzehnten einen festen Platz. Die Bühne im Caritashaus wird bald wieder Schauplatz für einen vergnüglichen Abend sein. Dabei waren die Anfänge nicht immer lustig.

"Das Schützenfest im Städtchen begeisterte. Stürmische Ovationen für Volksoperette in Schönsee." Unter dieser Überschrift berichtete die Heimatzeitung am 4. Dezember 1952 von einem "Schmaus für Aug' und Ohr, einmal ganz anders als die oberbayerischen Schablonen". Die Musikvereinigung Schönsee hatte dazu eingeladen und wie dem Bericht zu entnehmen ist, waren "trotz des furchtbaren Wetters viele Besucher gekommen".

Jugendliche begeistern


Handys und Computer, Laptop und Fernsehen waren zu dieser Zeit Fehlanzeige. Kinder und Jugendliche waren zu Hause in die tägliche Arbeit eingebunden; dennoch sollten die Heranwachsenden in Gesellschaft und Beruf an Eigen- und Selbstständigkeit herangeführt werden. Auch die wenigen freien Stunden sollten sinnvoll und für die persönliche Entfaltung genutzt werden. Dem damaligen Stadtpfarrer Alois Treml (1937 bis 1954 in Schönsee) lag die Fürsorge für die jungen Menschen und ein aktives Vereinsleben am Herzen. Seine besondere Leidenschaft galt dem Theaterspiel, das nach dem Zweiten Weltkrieg auch von der Feuerwehr forciert wurde. Alois Treml konnte viele Jugendliche immer wieder begeistern und Schönsee war zu dieser Zeit dann eine Hochburg im Laienspiel. Singspiel, Operette, Drama und Lustspiel, alle Facetten des Theaters wurden auf der Bühne gegeben. Nach dem Weggang von Stadtpfarrer Treml ging auch die Aktivität hinsichtlich Theater zurück.

Stadtpfarrer Josef Wutz war Motor für die Aufführung eines ländlichen Lustspiels im Jahr 1963 durch die Kolpingfamilie. Im Caritas-Saal wurde das Stück "D'Sternhoferbuam auf Brautschau" unter seiner Leitung aufgeführt. Fortgesetzt wurde dort das Laienspiel in Schönsee mit der Aufführung "Der Weiberfeind" im Januar 1965. Erst fünf Jahre später, am Sonntag, 15. März 1970, gab es dann für die Bevölkerung die nächste Einladung zu einem Theater. Unter der Regie von Georg Dobmeier standen im Saal des Gasthofs Weniger die Spieler mit dem Stück "Alles beim Teufl" auf der Bühne. Und wieder zeigte es sich, dass der Zuspruch zum Laienspiel aus den Reihen der Bevölkerung groß war. Die Heimatzeitung berichtete vor nunmehr über 40 Jahren, dass bei der Premiere "viele Theaterfreunde umkehren mussten, weil kein Platz mehr vorhanden war".

Heuer kriminalistisch


Aufgrund des großen Zuspruchs im Frühjahr stand im selben Jahr in der Adentszeit ein weiteres Spiel auf dem Programm. Das Stück "Ballett am Jocklhof" gab es wieder im Wenigersaal, wobei Erich Vogl das erste Mal für die Regie verantwortlich war. Im Dezember 1971 kam "Das Heiratsgenie" zur Aufführung und mit dem Stück "Der Unwiderstehliche", mit Kaplan Eduard Dietl als Regisseur, wechselte man Ostern 1973 wieder in den Caritas-Saal als Veranstaltungsort. Nun vergingen einige Jahre, bevor 1981 mit dem Stück "Die drei Wildkatzen", wieder Leben auf die Bühne kam. In den achtziger Jahren übernahm Betti Zwick die Regie in der Theaterszene.

Regelmäßig werden nun unter Federführung der Kolpingfamilie, und in den letzten Jahren unter der Regie von Birgit Höcherl, Theaterstücke aufgeführt. In diesem Jahr steht nun der kriminalistische Schwank "A so a Viecherei" im Programm. Zum Inhalt: Georg und Lenz, die geldigen Frühschütz-Brüder, betreiben auf ihrem Bauernhof die voll ausgebuchte Waldbühne. Da meldet sich auch die ungarische Operndiva Anni Füzfö, begleitet von ihrem dubiosen Manager Stefan Kürzinger, an. Die beiden verfolgen aber mehr kriminelle denn künstlerische Interessen. Eindeutige Avancen vom Manager an Lenz' Frau Gisela, sowie Hypnose und Mordversuche bringen mit großer Aufregung am Frühschützhof mit Georgs Problemen ziemliches Durcheinander auf die Bühne.

Als Darsteller sind Ludwig Zwick, Herbert Spichtinger, Sabine Meindl, Josef Wirnshofer, Magdalena Höcherl/Judith Höcherl, Birgit Höcherl, Johannes Gillitzer dabei. Hinter den Kulissen agieren als Regisseurin Birgit Höcherl und als Souffleuse Lisa Lehner. Für die Maske sorgen Kerstin Frank und Lisa Lehner sowie Hans Herrmann für die Technik. Das Bühnenbild wird von Malermeister Ludwig Ebnet gestaltet.

TermineDie Termine für die Aufführungen im Saal des Caritashauses: Montag, 26. Dezember (zweiter Weihnachtsfeiertag), 14 Uhr und 20 Uhr sowie Freitag, 30. Dezember, 5., 6. und 7. Januar, Beginn jeweils 20 Uhr. (mmj)
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