Von Unterdrückung und Würde
Hilfe für das ferne Indien

Judith Höcherl (sitzend) informierte bei einer Veranstaltung des Vereins "Zukunft in Würde" über Eindrücke bei der Reise nach Indien. Pfarrer Pennoraj Tharmakkan (rechts) und Birgit Höcherl (hier mit einem Schal als Gastgeschenk aus Indien)ergänzten die Ausführungen. Vorsitzende Maria Sterr (links) freute sich über den guten Besuch der Veranstaltung. Bild: mhö
Vermischtes
Schönsee
24.03.2016
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Monumentale Prachtbauten und armseelige Hütten: Mit diesen gegensätzlichen Eindrücken ist Judith Höcherl aus Indien zurückgekehrt. Sie war dort nicht nur als Touristin unterwegs.

Vor drei Jahren wurde auf Initiative von Pfarrer Pennoraj Tharmakkan in Schönsee der Verein "Zukunft in Würde" gegründet. In Tamil Nadu, dem südlichsten Staat Indiens, unterstützt der Verein über die Verbindung zur dortigen Partnerorganisation "Need" vorrangig ein Altenheimprojekt. Es werden aber auch Patenschaften für die Schul- und Berufsausbildung ohne Berücksichtigung der Religionszugehörigkeit vermittelt.

Auf Heimaturlaub


Im vergangenen Jahr machte sich eine Reisegruppe aus den Reihen der Mitglieder von "Zukunft in Würde" auf den Weg in das asiatische Land, um Pfarrer Tharmakkan während seines Heimaturlaubs zu besuchen. Mit dabei waren auch Judith und Birgit Höcherl, die nun bei einem Informationsabend des Vereins über ihre Eindrücke und Erlebnisse berichteten. Die Organisatoren des indischen Abends um Vorsitzende Maria Sterr waren vom Echo der Einladung überrascht, und auch der Geistliche zeigte sich vom Interesse der Besucher beeindruckt.

Maria Sterr stellte die Bedeutung der Arbeit des Vereins und die Lebensumstände im Bundesstaat Tamil Nadu heraus. Der Anteil der Christen an der Bevölkerung sei gering. Die Gläubigen würden sich außerdem in verschiedene Kirchen aufspalten. Ein Teil der Inder stammt von der dortigen Urbevölkerung ab. Sie nennen sich selbst "Dalits", was Unterdrückte bedeutet. Für diese Bevölkerungsgruppe gebe es Quoten bei Studienplätzen und im öffentlichen Dienst. Der größte Teil der indischen Gesellschaft schätze das Engagement der Christen vor allem für die Bildung sehr. Auch der Verein "Zukunft in Würde" sieht sein Engagement in der Bildung. Die Mitglieder wollen Menschen in Pfarrer Pennoraj Tharmakkans Heimat Unterstützung zukommen lassen.

Judith Höcherl zeigte Bilder von ihrer Info-Tour in Indien, Birgit Höcherl und Pfarrer Pennoraj ergänzten die Fotos mit Anekdoten und ihren Eindrücken vom dortigen Aufenthalt. Während dieser zehn Tage standen neben Begegnungen mit der Bevölkerung auch die Erläuterungen zum Planungsstand der Maßnahmen von Pfarrer Tharmakkan und seinem Kollegen im Priesteramt, Pfarrer Selva Raj, im Vordergrund.

Große Gastfreundschaft


Die Menschen, denen die Gäste begegneten, strahlten immer beeindruckende Freundlichkeit und Lebensfreude aus. Ein Großteil der Inder führe ein Leben in einfachsten Verhältnissen, aber die dort herrschende Gastfreundschaft suche ihresgleichen, erzählten die Reise-Teilnehmer.

Monumentale Bauten oder Denkmale auf der einen, armselige Hütten auf der anderen Seite sah die Gruppe auf ihrer Hunderte von Kilometern langen Reise per Kleinbus durch das Land. Der Besuch einer Krokodil-Farm, eine Fahrt mit einem Hausboot, Besuche von Kirchen und eines Ashrams gehörten ebenfalls mit zum Programm. Einen besonderen Höhepunkt stellte auch die Feier des Unabhängigkeitstags dar. Die Geistlichen erwiesen sich dabei als ideale Begleiter und Informanten für die Besucher aus den Landkreisen Cham, Schwandorf und Neustadt.

Im Anschluss an den Vortrag der jungen Referentin, den die vielen Besucher mit Beifall quittierten, gab es an den Tischen bei Linsensuppe nach indischem Rezept noch viel Gesprächsstoff. Eine Bilderausstellung dokumentierte zusätzlich die Aufgaben des Vereins.
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