Wildland-Stiftung Bayern übernimmt weitere Flächen im Landkreis
Refugium für seltene Arten

Zuwachs für die Flächen der Wildland-Stiftung in der Gemarkung Schwand im Gebiet der Stadt Schönsee. Zur Übergabe hatten sich auch (von links) Bürgermeisterin Birgit Höcherl, Jagdkreisgruppen-Vorsitzender Alexander Flierl, Jagdverbandspräsident Dr. Jürgen Vocke und Landrat Thomas Ebeling eingefunden. Bilder: gl (2)
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Schönsee
06.05.2016
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Gebietsbetreuer Markus Kurz, Naturpark Oberpfälzer Wald, stellte die Artenvielfalt auf den betreuten Flächen vor.

Raum schaffen für den Natur- und Artenschutz: Die Wildland-Stiftung des Bayerischen Jagdverbandes betreut im Landkreis bereits über 30 Hektar wertvolle Lebensräume für Flora und Fauna. Jetzt ist in der Grenzregion noch mehr Platz für die Naturschätze.

Schönsee/Oberviechtach. Am Mittwoch erhielt die Wildland-Stiftung vom Landkreis Schwandorf weitere Flächen zur naturschonenden Bewirtschaftung und Nutzung sowie zum Erhalt einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt übertragen. Die feierliche Übergabe hatte die Kreisgruppe Oberviechtach des Bayerischen Jagdverband organisiert. Deren Vorsitzender Alexander Flierl freute sich besonders über die Anwesenheit von Professor Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes und Vorsitzender des Stiftungsrates.

Nach der Übergabe von 0,7631 Hektar im Steinbachtal der Gemarkung Obermurach in der Stadt Oberviechtach, in Anwesenheit von Bürgermeister Heinz Weigl, erfolgte die Übergabe von insgesamt 4,9180 Hektar im Schwandner Bachtal der Stadt Schönsee in größerem und feierlichem Rahmen. Den Auftakt übernahm die Jagdhornbläsergruppe der Kreisgruppe unter Hornmeister Stephan Vogl. Unter den Ehrengästen hieß Alexander Flierl auch Landrat Thomas Ebeling willkommen, dem er für die gute Zusammenarbeit mit der Wildland-Stiftung, insbesondere für den Ankauf der Flächen aus Naturschutz-Mitteln dankte. Flierl sagte die weitere Unterstützung der Kreisgruppe bei der Vermittlung der Flächen sowie bei weiteren Pflegemaßnahmen zu.

Professor Dr. Jürgen Vocke bedankte sich im Namen der Wildland-Stiftung für die Überlassung der Flächen. Damit werde ein wichtiger Beitrag zum Schutz von Flora und Fauna sowie zum Artenschutz und dem Erhalt der Biodiversität geleistet. Er rief auch die bisherigen Aktivitäten der Stiftung im Landkreis Schwandorf in Erinnerung, mit denen nun über 35 Hektar wertvoller Lebensraum für die teilweise seltene Pflanzen- und Tierwelt gesichert sind.

Wirken für die Natur


Die Schönseer Bürgermeisterin Birgit Höcherl sah in ihrem Grußwort die Einbindung der Jägerschaft in viele Projekte als sichtbares Zeichen für ihr Wirken für die Natur und die Bürger. Landrat Thomas Ebeling bezeichnete die Übernahme der Flächen als weiteren Mosaikstein und ideale Ergänzung für die künftigen Aktivitäten. Markus Kurz, Gebietsbetreuer im Naturpark Oberpfälzer Wald, ging vor Ort auf die Struktur und Beschaffenheit der übernommenen Flächen ein, die überwiegend extensiv und teilweise auch weiter bewirtschaftet werden.

Die Übergabe wurde nach dem Vortrag der "Ehrenfanfare" der Bläser mit einer Einkehr im Gasthof "Lindauer Wirt" fortgesetzt. Dort war es Eric Imm, Geschäftsführer der Wildland-Stiftung, der die ehrenamtliche Unterstützung durch die Jägerschaft und örtlichen Hegegemeinschaften betonte. Örtlich war diese unter Helmut Hempel schon im Jahre 1989 und vor der Stiftungsgründung 2005 aktiv. Wichtig sei die Finanzierung der Maßnahmen, die nicht immer vollständig gegeben sei. Größten Wert bei den Aktivitäten lege man auf die Kontakte zu den Naturschutzbehörden und die Zusammenarbeit mit den Naturpark-Organisationen. Für diese war es dann Markus Kurz, der sowohl die Fläche im Steinbachtal bei Obermurach und im Schwandner Bachtal, aber auch die bereits bisher von der Wildland-Stiftung betreuten Areale im Bereich der Stadt Schönsee vorstellte, und dabei auf die vorhandene seltene Pflanzen- und Tierwelt verwies.

Wildland-Stiftung BayernDie Wildland-Stiftung Bayern will die Artenvielfalt mit naturnahen Lebensräumen für die Nachwelt sichern und setzt sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein.

"Leben um des Lebens willen", so ist der Eigenwert der Tiere im Bayerischen Naturschutzgesetz festgeschrieben. Hierzu setzt die Wildland-Stiftung Bayern auf den Schutz, den Erhalt und die Neuschaffung vielfältiger und intakter Natur- und Kulturlandschaften. Die Organisation stuft den Flächenankauf als den sichersten Weg ein, um Lebensräume auf Dauer erhalten oder neu schaffen zu können. So ließen sich biotopverbessernde Maßnahmen am besten umsetzen.

Wie aus dem Internet-Auftritt hervorgeht, ist die Wildland-Stiftung Träger zahlreicher, landesweit bedeutsamer Artenschutzprojekte. In rund 150 Einzelprojekten wird auf die Akzeptanz der Bevölkerung gesetzt. "Je größer das Wissen über den Wert der Natur in der Öffentlichkeit ist, desto eher sind Verständnis und Bereitschaft zur Mitarbeit zugunsten der Natur zu erwarten", so die Organisation. Bei allen Naturschutzprojekten stehe der Erhalt der biologischen Vielfalt im Vordergrund. Wenngleich manche Projekte zugunsten einer Leittierart benannt sind, wie beispielsweise das Projekt "Birkwild in der Rhön", so profitiere doch die gesamte Lebensraumgemeinschaft mit zahlreichen weiteren Tier- und Pflanzenarten.

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Weitere Informationen:

www.wildland-bayern.de
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