Wirtschaftsplan für 160 Hektar Stadtwald vorgestellt
Stadtwald beim Förster in besten Händen

Vermischtes
Schönsee
27.01.2016
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Bei 160 Hektar Stadtwald könnte es theoretisch natürlich sein, dass man "den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht". Dass das mitnichten so ist und der Stadtwald nachhaltig und vorausschauend bewirtschaftet wird, wurde in der Stadtratssitzung am Dienstagabend deutlich. Förster Michael Forster durfte für seinen Bericht über den Schönseer Stadtwald und seine engagierte Arbeit viel Lob einstecken.

Die exakt 160,60 Hektar sind laut Forster auf drei große kompakte Areale und einige Streulagen verteilt. Beim Sturm im März sei man vergleichsweise gut weg gekommen. 45 Festmeter Windwurf waren zu beklagen. "Die waren aber dank der guten Zusammenarbeit mit dem Bauhof schnell verräumt", lobte der Förster das gute Miteinander das ganze Jahr über. Die mit bis zu 83 Prozent dominierende Baumart ist die Fichte, dazu kommen noch Kiefern und Lärchen.

Ziel ist es, den Fichtenanteil auf rund 70 Prozent zurück zu drängen und dafür den Anteil an Buche und Tanne zu erhöhen. Allerdings muss das, so der Forstmann, aufgrund fehlender Samenbäume in den Altbeständen fast ausschließlich durch Pflanzung erfolgen. So wurden in den zurückliegenden fünf Jahren 0,32 Hektar Tanne, 0.54 Hektar Douglasie, 1,1 Hektar Buche und 0,41 Hektar Edellaubholz gepflanzt. Aufwendig sei nicht nur die Pflanzung, auch der Schutz vor Verbiss verlange entsprechende Anstrengungen. Der derzeitige Hiebsatz liegt bei 976 Festmeter pro Jahr. Im vergangenen Jahr wurden 925 Festmeter gefällt, wobei man in der Zehn-Jahres-Planung um 590 Meter voraus sei.

Für heuer plant Forster eine Entnahme von etwa 300 Festmetern am Drechselberg; die Neupflanzung macht er von der Witterung abhängig. Der Käferbefall hielt sich im vergangenen Jahr ebenfalls in Grenzen. Forster nannte 90 Festmeter, die deswegen beseitigt werden mussten. Er berichtete auch, dass die Schälschäden durch Rotwild eingedämmt werden konnten. Einen von ihm angebotenen Waldbegang will der Stadtrat bei Gelegenheit wahrnehmen. Abschließend verwies der Förster noch auf die "Rettungskette Forst", für die demnächst Rettungstreffpunkte installiert und entsprechend ausgeschildert werden.

"Wir dürfen froh sein, dass wir wieder einen Förster haben und noch dazu so einen engagierten": Diesem Lob von Hans Pfistermeister konnten Bürgermeisterin Birgit Höcherl - die sich besonders auch für die Unterstützung beim Ferienprogramm bedankte - und die Stadträte nur beipflichten.

Schnell abgehakt war der vorliegende Bauantrag von Christian und Kathleen Schieder auf Errichtung eines Einfamilienwohnhauses am Hahnenweiher. "Baurechtlich besteht hier kein Problem", stellte Geschäftsleiter Matthias Jeitner fest. Das gemeindliche Einvernehmen wurde einstimmig erteilt.

Zur Nachfrage von Reinhard Kreuzer wegen der Situation beim Trinkwasser in Dietersdorf merkte die Bürgermeisterin an, dass derzeit über das Schönseer Netz versorgt wird und es keine Probleme mit der Wasserqualität gibt. Zur weiteren Vorgehensweise wird die Hilfe eines Ingenieurbüros in Anspruch genommen.

Josef Fleißer erkundigte sich nach dem Fortschritt beim Breitbandausbau. Bürgermeisterin Birgit Höcherl verwies auf den Abschluss des Kooperationsvertrags mit der Telekom (wir berichteten) und stellte fest, dass Schönsee vom Förderfortschritt her im Vergleich mit den Landkreis-Kommunen vorne mit dabei ist.

"Wie geht es nach der Fällung der Kastanien in der Bahnhofstraße mit Neupflanzungen und dem Gehweg weiter?", wollte Josef Eibauer wissen. Dazu verwies die Bürgermeisterin auf einen Termin mit Kreisfachberaterin Heidi Schmid am 2. Februar. Darüber hinaus habe man auch das Büro Thammer um Vorschläge gebeten. Bei einem Ortstermin in der Bahnhofstraße will sich der Stadtrat demnächst über die weitere Vorgehensweise verständigen.
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