„Amani, sieh nicht zurück“: Schüler schreiben für Schüler Kinderbuch zur Integration
Geschichte einer Flucht

Initiator Werner Nagel (Vierter von links) stellte mit Andreas Hollender (rechts) vom Verlag "neuDenken Media", der Autorin Katrin Holle (Zehnte von links) und der Schülerin Amelie Wagner (Neunte von links) stellvertretend für die beteiligten Schüler das Buch "Amani, sieh nicht zurück" vor. Bild: tsa
Freizeit
Schwandorf
27.10.2016
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Lange war es in Amanis Dorf sicher. Der Krieg war weit weg. Sie ging in die Schule und spielte mit ihrem Freund Binan Fußball. Doch irgendwann erreichte der Krieg ihr Dorf. Die Menschen hatten große Angst. Doch dann passierte etwas Furchtbares. Mitten in der Nacht wurde Amani von ihren Eltern geweckt. Sie musste aufstehen. Das Einzige, was sie mitnehmen durfte, war ihr Teddybär. Die Familie brach zu einer gefährlichen Flucht auf. Mit nur einem Ziel: Frieden.

Doppelte Integrationshilfe


Der Klappentext von "Amani, sieh nicht zurück" zeigt die Intention des Kinderbuchs. Die Hauptperson, Amani, führte ein normales Leben, dann flüchtete sie. So oder ähnlich ging es auch den Mitwirkenden am Buch, Flüchtlingen der Übergangsklasse der Berufsschule. Sie schrieben mit Schülern der FOS/BOS Schwandorf die Geschichte, um anderen bei der Integration zu helfen, sich selbst zu integrieren und die Situation von Flüchtlingen zu erklären. "Die Arbeit hatte viele positive Effekte auf die beteiligten jungen Menschen und wir glauben, dass die Geschichte viele Kinder befähigen wird, sich die Situation einer Flucht besser vorstellen zu können", sagt Initiator Werner Nagler bei der Vorstellung im Beruflichen Schulzentrum.

Die Initiatoren des Kinderbuchs lernten durch das Projekt "Crossing-Life-Lines" den Verlag "neuDenken Media" und Geschäftsführer Andreas Hollender kennen. Junge Menschen aus Schwandorf und aus Krisengebieten kamen zusammen, um sich kennenzulernen. "Wir haben damals schon gewusst, dass Integration nur möglich ist, wenn man sich begegnet. Wenn man sich vor allem mit Verständnis begegnet", sagt Nagler.

Die Autorin Katrin Holle unterstützte die Schüler beim Schreiben. Die trafen sich in Kleingruppen, jede Gruppe schrieb eine Geschichte. "Am Ende ist dann aus den einzelnen Gruppen eine geworden und aus den einzelnen Geschichten auch eine", sagt Holle. Ungefähr fünf Monate dauerte es, bis das zweisprachige Kinderbuch fertig war. "Die Schüler arbeiteten sehr hart in ihrer Freizeit", lobt Nagel.

Verkaufsstart ist der 1. Dezember. Die Horsch-Stiftung unterstützte das Projekt finanziell. 500 Exemplare stehen zum Verkauf, um Geld für eine weitere Auflage einzunehmen. Die anderen 500 bekommen Grundschulen als Unterrichtsmaterial.

Hilfe für Grundschüler


"Kinder im Grundschulalter sollen sich die schwierige Situation einer Flucht vorstellen können. Dabei hilft die Geschichte um Amani", sagt Nagler. Andreas Hollender ist überzeugt von dem Projekt: "Ich bin sicher, dass das Buch weite Kreise ziehen wird."
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