OWV marschiert mit Teilnehmern über Weinberg
Wanderweg eröffnet

Der Pfaffensteig führt am Waldrand entlang zum Wegkreuz Nummer 5.
Freizeit
Schwandorf
18.05.2016
46
0

Der Pfaffensteig ist seit Pfingstsamstag wieder eröffnet. Der profunde Kenner der Wegstrecke und Auftaktwanderführer Toni Jäger hatte für den bundesweiten Tag des Wanderns die schlimmsten Befürchtungen: Dauerregen und drei Leute. Das Gegenteil war der Fall.

Bei bestem Wanderwetter war die Kronstettener Kirche vormittags um 10 Uhr, auch zur Überraschung von Erwin Mayer, Vorsitzender des Zweigvereins Schwandorf des Oberpfälzer Waldvereins, (OWV) voll besetzt. Der OWV hat diesen historischen Weg über den Weinberg neu markiert. Bevor sich die große Gruppe über den Berg aufmachte, gab es am Ausgangspunkt - in der Kronstettener Kirche - von Toni Jäger Daten und Fakten zum Pfaffensteig, für die sich unter anderem Oberbürgermeister Andreas Feller interessierte.

Über den Weinberg


Bereits in Karten von 1600 ist der Pfaffensteig eingezeichnet. Er diente den jeweiligen Pfarrern über Jahrhunderte hinweg als schnellste, weil kürzeste, Fußverbindung zwischen ihren Wirkungsstätten Kronstetten und Fronberger Schlosskapelle. Jäger vermutet, dass der Weg seinen Namen während der Reformation erhalten hat. "Protestanten bezeichneten damals die katholischen Geistlichen abwertend als Pfaffen."

Der heutige fünf Kilometer lange Wanderweg folgt über den Weinberg bis Prissath der ursprünglichen Strecke. Zeugen der Vergangenheit wurden bei einer ersten Wiederbelebung Jäger zufolge Ende der 90er Jahre gefunden. Ab Prissath verläuft er auf den heutigen Straßen. Der althergebrachte Steig ist der Flurbereinigung und Baugebieten zum Opfer gefallen.

OWV-Wanderführer Winfried Fimmers riet beim Aufbruch als "besonderen Schatz" der Kirche St. Johannes der Täufer - sie war über drei Jahre wegen Notmaßnahmen gesperrt und ist erst seit Weihnachten 2015 wieder zugänglich ist - auf den Kreuzweg zu achten.

Wer mehr über eines der ältesten Gotteshäuser im Raum Schwandorf wissen will, ist in der Reihe "Kirche & Wirtshaus " der Katholischen Erwachsenenbildung am 19. Juni genau richtig. Mit Informationen "gefüttert", marschierte die gut 50-köpfige Gruppe auf dem Pfaffensteig, vorbei an Wegkreuz Nr. 5 und de m 13. Stein, zur Schlosskapelle.

Einige Anekdoten


Toni Jäger wusste unterwegs noch so manche Anekdote zu erzählen, bevor die Pfaffensteigler in der Schlosskapelle von Erwin Mayer in Empfang genommen wurden. Er sprach über die Entstehung und Ausgestaltung dieses nicht ständig zugänglichen Sakralraumes. Danach konnten sich die Wanderer in der Brauerwirtschaft stärken und das neu erworbene Wissen zur Ortsgeschichte setzen lassen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Wanderweg (9)Pfaffensteig (2)Toni Jäger (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.