Tiergesundheit geht vor
Landratsamt verbietet Geflügelmärkte im Schwandorfer Raum

Auf Taubenmärkten kommt zumeist auch Geflügel in den Handel. Deswegen sagte die Stadt Pfreimd ihren nächsten Markt ab. Archiv-Bild: Götz
Freizeit
Schwandorf
17.12.2015
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Nachdem im Nachbarlandkreis Cham die Geflügelpest aufgetreten ist, wurden jetzt auch im Landkreis Schwandorf Vorsorgemaßnahmen getroffen. Mit Verfügung vom 16. Dezember hat das Landratsamt die Abhaltung von Märkten, Ausstellungen, Börsen und Veranstaltungen ähnlicher Art für Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasanen, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänsen ab sofort untersagt. Dieses Verbot gilt bis zum 31. Januar 2016.

Tauben sind in dieser Liste ganz bewusst nicht aufgeführt, ergänzte der Sprecher des Landratsamtes, Hans Prechtl, auf Nachfrage der NT-Redaktion. Aus veterinär-medizinischer Einschätzung könnten sie nämlich das betreffende Virus nicht vermehren.

Kampf gegen Seuche


Die angeordneten Schutzmaßnahmen sind notwendig, da die Gefahr besteht, dass die Seuche auf den Landkreis Schwandorf übertragen werden könnte. Kontaktbetriebe werden derzeit von den Veterinärmedizinern amtlich beobachtet und klinisch und virologisch auf Anzeichen der Geflügelpest untersucht. Bei Geflügelmärkten und Geflügelausstellungen besteht ein erhöhtes Risiko, dass ein etwaiger Erreger weiter ausgebreitet werden könnte.

"Wegen seiner hohen Geflügeldichte hätte ein Ausbruch der Geflügelpest im Landkreis Schwandorf lang anhaltende, negative wirtschaftliche Auswirkungen", betonte Pressesprecher Hans Prechtl und warb deshalb um Verständnis für diese Vorsorgemaßnahme. Es werde getan, was aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung erforderlich ist.

"Dabei haben wir zwischen dem öffentlichen Interesse an der Nichtausbreitung der Tierseuche und den privaten Interessen der Marktveranstalter und Marktteilnehmer pflichtgemäß abgewogen", so Prechtl, der einen Vorrang bei der Gesundheit der Tiere sieht. Die Befristung bis Ende Januar ergibt sich aus dem voraussichtlichen Ende der Aufhebungsuntersuchungen.

Formaljuristisch seien Taubenmärkte nicht zu verbieten. Doch aus der Praxis wisse man, dass Taubenfreunde auch gerne Hühner und anderes Geflügel mitbringen, um es zu verkaufen. "Und da beginnt dann das Problem", fügte Prechtl an, dass es den Veterinärmedizinern deshalb schon ein großes Anliegen sei, den direkten Kontakt zu den Veranstaltern von Taubenmärkten zu suchen. Das betreffe vor allem die Stadt Pfreimd, wo nach Weihnachten traditionell mehrere Märkte in der Stadtmitte stattfinden.

Pfreimd reagiert


Die Reaktion aus Pfreimd blieb nicht lange aus. Im Hinblick auf diese genannte Verfügung teilte die Stadt am Donnerstag mit, dass die am 28. Dezember 2015 geplante Tauben- und Geflügelbörse entfällt. Voraussichtlich werde dies auch für die nächsten Markttermine am 16. und 30. Januar 2016 gelten.
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