Christian Huber liest in der Kebbel-Villa
Die Leichtigkeit des Weins

Der frühere Schwandorfer Christian Huber las bei einem Kurztrip in die alte Heimat aus seinem Erstling "Fruchtfliegendompteur". Bild: Dobler
Kultur
Schwandorf
10.04.2016
119
0

Hin und wieder verlässt ein junger Schwandorfer seine Heimatstadt, um wo anders als Künstler sein Glück zu machen. Meist sind es Maler, seltener Musiker, es gibt aber auch die Schauspielerin Anna Maria Sturm, die in diese Kategorie passt. Relativ einzigartig steht Christian Huber da, der gerade dabei ist, als Schriftsteller berühmt zu werden.

Im gut gefüllten Dachgeschoss des Oberpfälzer Künstlerhauses hat Huber nun bei einem Kurztrip in die frühere Heimat ein Gastspiel gegeben. Die Zuhörer lernten dabei einen witzigen, pointensicheren Autor kennen.

Der 31-jährige Wahl-Berliner stammt eigentlich aus dem Schwandorfer Ortsteil Klardorf, dem er hin und wieder einen Besuch abstattet - meist zu Familienfeiern. Sein jüngster Besuch hatte den Zweck, sein Buch "Fruchtfliegendompteur" vorzustellen. Wobei das Werk ein Selbstläufer zu sein scheint. Viele haben es bereits gelesen und sich von seinem Humor anstecken lassen. Andere haben zumindest über Christian Huber etwas gelesen, unter anderem in dieser Zeitung, die dem aufstrebenden Sprachartisten bereits mehrere Artikel gewidmet hat.

Und dann gibt es noch überwiegend junge Leute, die Huber unter seinem Alias-Namen Pokerbeats kennen. Unter diesem Pseudonym mischt er die deutsche Twitter-Szene auf, indem er täglich kurze, punktgenaue und zum Schmunzeln anregende Beobachtungen aus dem Alltagsleben veröffentlicht. Zehntausende wollen das zwischenzeitlich lesen. Etwas mehr Platz für seine absurd-lustigen "Geschichten aus dem Leben und andere Irritationen", so der Untertitel des im Piper-Verlag erschienenen, 280 Seiten umfassenden Taschenbuchs, hat er sich beim Verfassen des "Fruchtfliegendompteur"-Manuskripts gelassen.

Sein Alter Ego Christian wird darin gebeutelt vom Großstadtleben im allgemeinen und seinen Ansprüchen an sich im speziellen, an denen er immer wieder grandios zu scheitern droht - um nicht selten dann doch noch bauernschlau die Kurve zu kriegen. Etwa in der Geschichte "Die unerträgliche Leichtigkeit des Weins", in der er am Ende dem schnöseligen Verkäufer und seinem überteuerten Angebot mit ein paar coolen Sprüchen ein verbales Schnippchen schlägt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.