Dialektserie
Taubenmärkte und anderes Vieh

A bissl handeln, a weng ratschn, kurz: die Geselligkeit pflegen. Taubenmärkte sind mehr als reine Tierbörsen. Bild: Götz
Kultur
Schwandorf
20.02.2016
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Schwandorf. (upl) Vom Dàwerer bis zum Biewerl: Beim Taubenmarkt, wie derjenige vom Aschermittwoch in Pfreimd, nach der Sperre wegen der Geflügelpest im Nachbarlandkreis Cham der erste in diesem Winter, gab es früher alles, was der Bauer für seinen Hof noch brauchte. Die Zeit bis zum Frühlingsbeginn nutzten die Leute draußen auf den Dörfern, um Kleintiermärkte zu besuchen. Da saß dann der Dàwerer (Täuberich) geduldig gurrend vor seinem Dàmkowl (Taubenschlag) und ließ sich vom kauflustigen Publikum begutachten. Landläufig war vom Dàm-Moakt die Rede, obwohl es bei den Märkten nicht nur Tauben, sondern sämtliche für die Landwirtschaft bedeutenden Kleintiere zu kaufen gab.

Hier meckerten ein paar Häbberler (Ziegen) herum, dort blökte ein Bätzerl (Lämmchen). Auch Wuserler (Gänsejunge) und Biewerler (Küken) hatten die Händler im Angebot. Stark vertreten war eine andere Spezies: die der Hoserer (Hasenzüchter). Sie hatten neben Belgischen Riesen und Englischen Widdern oft auch ein paar Kienehosn (Kaninchen) dabei. Zu einem mustergültigen Besuch eines Taubenmarktes gehörte natürlich die Einkehr in einem Wirtshaus, wo gegen Ende des Marktes Tiere sogar versteigert wurden. Nicht selten führte ein gut aufgelegter Auktionator ein Suucherl (Ferkel) durch die Gaststube, damit sich jeder ein Bild von diesem Prachtstück machen konnte. Hochgehalten wird die Taubenmarkt-Tradition eben in Pfreimd. Hunderte Kleintierfreunde bevölkerten zuletzt am Aschermittwoch den Marktplatz und auch am 27. Februar wird er wieder voll sein. Klassische Großviehmärkte gibt es kaum mehr. Keine Gelegenheit also, in geselliger Runde ein Zejchkaiwl (weibliches Kälbchen), ein Stejerl (männliches Pendant) oder einen Hãmpergàl (Pferd) zu erstehen. Straßennamen wie Rossmarkt weisen noch darauf hin. Und auch die Ursprünge des Politischen Aschermittwochs sind in den Vejchmärktn zu suchen.

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Die Serie im Internet:

www.onetz.de/dialekt
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