"Die Dame" wird bei "Schwandorf liest" vorgestellt

Daniela von Glasow-Kalischek, Monika Kalischek und Dr. Katharina Kiss (von links) lasen aus Ausgaben der Mode-Zeitschrift "Die Dame" vor, was sehr unterhaltsam sein konnte. Bild: tie
Kultur
Schwandorf
22.01.2016
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Modetrends, Tipps zur Zubereitung von Salat und lyrische Texte - die Illustrierte "Die Dame" bot alles, was das Frauenherz begehrte. Bei "Schwandorf" liest" drehte sich alles um die Berliner Zeitschrift, die zwischen 1911 und 1943 im Ullstein-Verlag verlegt wurde.

Wie damals üblich, enthielt die "Illustrierte Mode-Zeitschrift" nicht nur Informationen über Modetrends, sondern auch Fortsetzungsromane, Notizen aus Politik und Kultur sowie wichtige Tipps für die Dame von Welt.

"Mode und mehr"


Monika Kalischek, Daniela von Glasow-Kalischek und Dr. Katharina Kiss stellten im Sitzungssaal des Rathauses aus etlichen Heften der Jahrgänge 1931 bis 1938 charakteristische Auszüge vor. Zur Veranstaltung, die unter dem Titel "Mode und mehr" stand, kamen viele Frauen - und der Berichterstatter als einziger Mann.

Passend zur Jahreszeit las Dr. Katharina Kiss ein Wintergedicht, anschließend trug Daniel von Glasow-Kalischek einen Prosatext vor, in dem Schnee erst gelobt, später zwar nicht weggewischt, aber weggewünscht wird. Aber auch ein Text über Mussolini wurde von Monika Kalschek auszugsweise vorgelesen. Verdeckte Kritik lässt sich aus der Wortwahl herauslesen, ist aber wohl erst heute wirklich erfassbar. Dagegen wird in einem Text die antike griechische Mode bewundert (die kann man heute noch bewundern), und in einem weiteren werden Tipps für passende Kleidung gegeben. Ein zeitloser Rat lautete: "Energie, Selbsterkenntnis und Selbsterziehung sind die Mittel, die eine Dame mit ihrem Erscheinungsbild zufrieden sein lässt. Je früher sie das akzeptiert, desto wirksamer kann sie davon profitieren." Zeitgemäße Betrachtungen über Salate gab es auch. Sie galten als "Fastenspeis" ebenso wie als Zutat fürs Festessen. Es fanden sich in den Zeitschriften auch Reklame für Rauchwaren, was heute nicht mehr denkbar ist. Damals tobte ein echter Preiskampf.

Wissenswert und humorvoll


Alle Damen waren von der "Dame" angetan. Am Schluss durfte in Exemplaren geblättert werden. Gerade die Ausgaben der 1930er Jahre, die unter dem Zeichen des Nationalsozialismus standen, vermittelten einen Eindruck, unter welchem Einfluss "Die Dame" stand. Auf einem Titelblatt war etwa Hermann Göring zu sehen. Das Trio Monika Kalischek, Daniela von Glasow-Kalischek und Dr. Katharina Kiss verstand es, einen Abend mit wissenswerten wie auch humorvollen Aspekten zu gestalten.
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