Don Juan oder Die Nacht von Valognes im Sperlstadl
Geballte Frauenpower

Die Darsteller des "SADTheater" bereiten sich auf die Aufführungen im Sperlstadl vor. Bild: Hirsch
Kultur
Schwandorf
18.04.2016
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Don Juan, der Mythos des ewigen Frauenverführers, wurde schon in vielen Theaterstücken, Romanen und Filmen verarbeitet. Das "SADTheater" hat sich zur Eröffnung der Konrad-Max-Kunz-Tage eine ungewöhnliche Adaption des Stoffes vorgenommen.

"Don Juan oder Die Nacht von Valognes", eine erotisch-philosophische Komödie , zeigt das "SADTheater" viermal im Fronberger Sperlstadl. Am Samstag war Kostümprobe. "Die Nacht von Valognes", ein Stück des preisgekrönten Autors Eric-Emmanuel Schmitt, ist eine Komödie voll ironischem Witz, Tiefgang und einer gehörigen Prise Erotik. Unter der Regie von Christina Fink-Rester inszeniert das "SADTheater" die Komödie als barockes Kostümspektakel mit Musik aus Mozarts "Don Giovanni", live gespielt von Eberhard Geyer und teilweise gesungen von den Schauspielern des "SADTheater".

Modern im alten Gewand


"Die Nacht von Valognes" ist ein modernes Stück im alten Gewand, eine philosophische Tragikomödie voll elegantem Witz und praller Sinnlichkeit, so Christina Fink-Rester. Schauplatz ist ein einsames Schloss in der Normandie. Die Herzogin de Vaubricourt (Ilona Glück) lädt vier Frauen zum Stelldichein, die alle völlig unterschiedlich sind. Die lebenshungrige Gräfin de la Roche- Piquet (Christina Kostka), die Nonne Hortense de Hauteclaire (Christina Fink-Rester), die neureiche Madame Cassin (Anja Setzer) und Mademoiselle de la Tringle, die biedere Autorin schwülstiger Liebesromane (Margit Berkmann). Fünf Frauen, die nur eines gemeinsam haben: Sie alle wurden in ihrer Jugend Opfer des berüchtigten Don Juan (Sebastian Wagner), der sie verführt und anschließend hat sitzen lassen. Die geballte Frauenpower will vor allem eines: Rache.

In einer stürmischen Gewitternacht machen sie Don Juan den Prozess, doch die Strafe steht bereits vorher fest. Entweder der Verführer heiratet sein letztes Opfer Angelique (Nele v. Glasow), oder er geht ins Gefängnis. Es bleibt spannend und witzig bis zum überraschenden Schluss. In weiteren Rollen sind Dirk Dürholz, Claudia Allwang-Wopper und Michael Sandner zu sehen.

Das "SADTheater" ist eine Sparte der Konrad-Max-Kunz-Fördervereinigung. Im Jahr 2011 gegründet, bringt es seither jedes Jahr ein bis zwei Produktionen auf die Bühne. Beispielsweise in der Vergangenheit: "Der Gott des Gemetzels" von Jasmina Reza, "Die Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht oder im vergangenen Jahr einen Edgar Wallace-Krimi. Das Ensemble spielt alles, vom Klassiker über die Boulevardkomödie bis hin zum Musical und Kriminalstück. "Dabei achten wir sehr auf Qualität sowohl bei der Stückauswahl als auch bei der handwerklichen und künstlerischen Umsetzung unserer Produktionen", versichert Christina Fink-Rester. Zugleich erhebe man den Anspruch, das Publikum gut zu unterhalten.

Viele "alte Hasen"


Als Zweig der Konrad-Max-Kunz-Fördervereinigung habe das "SADTheater" Zugriff auf die Ressourcen der Musikakademie Schwandorf. Das ermögliche die Umsetzung von Musicals oder, wie im aktuellen Fall, die Umrahmung des Stücks mit Livemusik und Gesang. Geleitet wird das "SADTheater" seit drei Jahren von der Kabarettistin und Sängerin Christina Fink-Rester, die für die Inszenierung verantwortlich ist, aber, wie im aktuellen Stück, auch selbst auf der Bühne mitwirkt. Die Schauspieler sind größtenteils "alte Hasen", die bereits seit mehreren Jahren gemeinsam auf der Bühne stehen und eingespielt sind. Für dieses Stück sind aber auch drei talentierte Neuzugänge dazu gestoßen.

Die AufführungenDie Aufführungen von "Don Juan oder Die Nacht von Valognes" finden statt am 29. und 30. April sowie am 1. und 4. Mai, jeweils um 20 Uhr im Fronberger Sperlstadl. Karten gibt es im Tourismusbüro Schwandorf unter Telefon 0 94 31 / 45-550.
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