Erich Zweck legt Buch über NSDAP in Schwandorf vor
„Stadt war keine Hochburg“

Autor Erich Zweck (rechts) und Stadtarchivar Josef Fischer (links) übergaben Oberbürgermeister Andreas Feller (Mitte) das erste Exemplar des Buches "Die NSDAP in Schwandorf bis 1933". Bild: rid
Kultur
Schwandorf
24.03.2016
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"Die Stadt war keine Hochburg der Nazis", sagt Erich Zweck. Der pensionierte Studiendirektor hat in Archiven geforscht und seine Ergebnisse in einem Buch "Die NSDAP in Schwandorf bis 1933" zusammengefasst. Am Mittwoch überreichte er das Dokument Oberbürgermeister Andreas Feller.

Auf über 200 Seiten beschreibt der Historiker die Entwicklung der NSDAP von der Gründung der Ortsgruppe im Januar 1923 bis zur Machtergreifung Hitlers zehn Jahre später. Wenn er die Dokumente von damals liest, dann zieht Erich Zweck Parallelen zu heute. "Die Wortwahl ist ähnlich", stellt der Autor fest. Begriffe von damals wie "Lügenpresse" oder "Galgen" tauchen neuerdings wieder auf. Der frühere Geschichtslehrer am Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium ermuntert die Menschen zur Zivilcourage und fordert sie auch, der neu aufkeimenden "braunen Bewegung" die Stirn zu bieten. Er selbst habe keine Angst vor den Rechtsradikalen, sondern wolle mit seinem Buch "einen kleinen Beitrag zum Frieden leisten".

Erich Zweck arbeitet sehr viel mit Originaldokumenten, die er im Staatsarchiv Amberg, im Fürstlichen Archiv Regensburg, am Institut für Zeitgeschichte und im Schwandorfer Stadtarchiv gefunden hat. Die NSDAP bestand in den Anfangsjahren aus "einer kleinen Gruppe von zehn Leuten", hat der Autor herausgefunden. Ende 1932 waren es in Schwandorf "dann schon 80 Männer und ein paar NS-Frauen". Anlässlich der Machtergreifung am 30. Januar 1933 zog ein "Friedensmarsch auch durch Schwandorf".

"Es lohnt sich, das Buch zu lesen", sagt Stadtarchivar Josef Fischer. Er hat von der Dokumentation 53 Stück drucken lassen und bietet sie zum Preis von 15 Euro im städtischen Tourismusbüro an.
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