Further Klavierquintett bietet bei Konzert in der Spitalkirche breite Musikauswahl
Exzellenter Ausflug in die neue Welt

Das Further Klavierquintett bot in der Spitalkirche ein vielfältiges Programm. Bild: tie
Kultur
Schwandorf
11.10.2016
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Von Reinhold Tietz

Schwandorf. Ein höchst abwechslungsreiches Programm erwartete die recht dünn gefüllten Zuschauerreihen am Samstag in der Spitalkirche: Das Further Klavierquintett spielte nämlich nicht nur in der namensgebenden Besetzung, es musizierte als Duo wie als Trio und Quartett ebenso gerne.

Lebhaft und drängend


Das Quintett legt offensichtlich Wert auf die Wiedergabe vieler Werke, auch in Auszügen. Und so begann das Konzert in der Spitalkirche mit dem Anfangssatz der "Sonate für Pianoforte und Violoncello g-moll op 5/2" von Ludwig van Beethoven. Die langsame Einleitung wurde von Franz von Armansperg auf dem Cello klangvoll wie behutsam dargestellt. Josef Hellmann begleitete ihn einfühlsam auf dem Klavier. Die schnelle Fortsetzung interpretierten beide lebhaft drängend, wie es die Stimmung verlangt. Auszüge aus einem Werk für Klavier zu vier Händen folgten. Die "Mozart-Variationen A-Dur op 132" für Orchester hat der Komponist selbst für vierhändiges Spiel eingerichtet. Wolfgang Kraus und Josef Hellmann spielten das Thema und vier der Variationen.

Mit viel Schwung und Gefühl widmeten sie sich erst der übersichtlichen Tonfolge Mozarts, dann den komplizierten Veränderungen, die Reger dem leicht verständlichen Thema Mozarts angedeihen ließ. Mit jeder Menge ausgefallener Modulationen setzten sich die beiden Pianisten erfolgreich auseinander.

Ein frühes Kammermusik-Werk von Mozart schloss sich an. Das Streichquartett Nr. 13 d-moll KV 173 schrieb der 17-Jährige entsprechend der Moll-Vorgabe als ernstes Tongemälde ohne irgendeinen Ausflug in humorvolle Tongebärden. Das galt für das beginnende "Allegro ma molto moderato" wie für die Melodien des "Andantino grazioso" und das tänzerische "Menuetto". Lediglich das Trio lockerte die ernste Stimmung etwas auf. Der Fugensatz des Finales verlangte sowieso eine seriöse Stimmungslage, die akzeptabel von Arkadius und Daria Podwika (Violine 1 und 2), Anca Moosmüller (Viola) und Franz von Armansperg (Violoncello) dargestellt wurde.

Feierlicher Marsch


Nach der Pause ging es eher traurig weiter: Aus dem Klavierquintett Es-Dur op 44 von Robert Schumann ertönte der 2. Satz, der Trauermarsch "In modo d'una Marcia". Feierlich spielten die Streicher, unterstützend begleitet von Wolfgang Kraus am Klavier. Selbst der wilde Mittelteil, das "Agitato", steigerte höchstens die traurige Stimmung, noch dazu durch das effektvolle Spiel der Bratsche. Als letztes Werk erklang das "Streichquartett F-Dur op 96" von Antonin Dvorak, das er bei seinem Aufenthalt in Amerika verfasst hatte wie seine 9. Symphonie op 95 "Aus der Neuen Welt". Das berühmteste der Quartette Dvoraks wurde vom Further Streichquartett exzellent in seinem Melodiereichtum und seinen rhythmischen Besonderheiten dargeboten. Sowohl der flotte erste Satz mit dem umwerfenden Beginn der Bratsche, wie das "Lento" mit dem Solo der ersten Violine und dem Cello lieferten begeisternde Hörgenüsse.

Sehr rasch glitten der tänzerische dritte Satz und noch schneller das melodiereiche Finale in höchster Spielkultur vorüber. Eindeutig der Höhepunkt des Abends. Schön, dass die Volkshochschule solche Abende ermöglicht.
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