Gastkünstler im Künstlerhaus
Papier und Farbe einmal anders

Laura Dimitrova verwendet für ihre Arbeiten Papier in verschiedenen Versionen. Die bulgarische Künstlerin arbeitet derzeit im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf. Bilder: Wolke (2)
Kultur
Schwandorf
16.09.2016
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Kaliya Kalacheva malt - wenn auch auf recht eigenwillige Weise. Sie trägt Acrylfarbe auf, zieht diese wieder ab und setzt sie neu zusammen.

Regensburg, Amberg, Nürnberg - "alles sehr schön!" Aus dem Munde von Laura Dimitrova und Kaliya Kalacheva ist diese Aussage mehr als eine reine Höflichkeitsfloskel. Gerade erst angekommen in der Oberpfalz legen die beiden bulgarischen Künstlerinnen bereits voll los.

Die drei Städte, die Dimitrova und Kalacheva bis jetzt besuchten, haben ihren Dienst als Inspirationsquelle längst erfüllt. "Wir wollen zunächst einmal zeigen: Die beiden sind da." Darum geht es Andrea Lamest bei einem Pressegespräch mit dem sie Laura Dimitrova und Kaliya Kalacheva dem Publikum in und um Schwandorf vorstellt. Die Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses hat die beiden zum Austauschprogramm zwischen Sofia und Schwandorf eingeladen.

Und sie sind nicht nur da. Laura Dimitrova und Kaliya Kalacheva stecken bereits mitten in der Arbeit. Das Material ist noch nicht vollständig eingetroffen. Aber in den lichtdurchfluteten Ateliers, die das Künstlerhaus seinen Gästen zur Verfügung steht, stapeln sich bereits die Arbeiten der beiden Künstlerinnen.

Meterlange Fahnen


Haufenweise dünne Blätter liegen und hängen im Atelier von Laura Dimitrova aus Sofia. Sie arbeitet vor allem mit zwei Dingen: mit Papier und mit Symbolen. Ersteres erscheint bei ihr in verschiedenen, für den Künstlergebrauch teils ungewöhnlichen Ausführungen. Meterlange Fahnen aus Backpapier hat Laura Dimitrova mit Schriftzügen, Zeichen und Erinnerungsstücken überzogen. Stadtpläne, Eintrittskarten und Zeitungsausschnitte aus der Oberpfalz sind darin eingebunden.

Andere Arbeiten bestehen aus recyceltem Papier. In der Technik des Papierschöpfens hat Laura Dimitrova eigene Bildträger hergestellt, auf denen nun hieroglyphenartige und archaische Ornamente prangen. Dass die zarten und in zurückhaltender Farbgebung gestalteten Werke einerseits an asiatische Kunst erinnern und andererseits europäische Elemente beinhalten, ergibt sich für Laura Dimitrova von selbst. "Viele Symbole funktionieren in verschiedenen Kulturen", sagt sie.

Von fernen Ländern beeinflusst, dabei aber deutlich farbintensiver, sind die Arbeiten von Kaliya Kalacheva. Sie brauche das Reisen als Ideengeber, betont die ebenfalls in Sofia lebende Künstlerin, die derzeit als zweiter Gast in Schwandorf weilt. Vor allem verlassene Fabriken und Industriegelände haben es der 30-Jährigen angetan. Trist und melancholisch erscheinen diese Orte bei Kaliya Kalacheva allerdings nicht. Für verspielte Heiterkeit sorgt die Malerin durch eine bunte Farbauswahl.

Äußerst eigenwillig


Dass sich Kaliya Kalacheva als "Malerin" bezeichnet, ist in diesem Fall bemerkenswert. Denn ihre Malweise ist äußerst eigenwillig. Mit klassischen Acrylfarben geht es noch recht herkömmlich los. Allerdings trägt Kalacheva diese auf einen Untergrund auf, der nicht als endgültiger Bildträger dient.

Denn anschließend wird das Werk "geschält": Kaliya Kalacheva zieht die Farbschichten wieder ab. Mit den folienartigen Stücken, die sie daraus gewinnt, gestaltet die Künstlerin dann ihre manchmal abstrakt wirkenden, grundsätzlich aber gegenständlichen Ansichten. Normalerweise kommt diese "Pellfarbe" letztendlich auf Leinwand. Nicht so bei den jüngst in Schwandorf entstandenen Arbeiten. Hier hat Kaliya Kalacheva Holzplatten als Untergrund verwendet. Entdeckt hat sie diese in Regensburg. Auch hier gilt also: Die Oberpfalz inspiriert.

Offenes AtelierLaura Dimitrova und Kaliya Kalacheva arbeiten derzeit im Oberpfälzer Künstlerhaus, Fronberger Straße 31 in Schwandorf. Am Sonntag, 2. Oktober, können die beiden von 11 bis 17 Uhr beim "Tag des offenen Ateliers" besucht werden.
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