Gastkünstler stellen in Oberpflälzer Künstlerhaus aus
Auch die Nachbarn können Kunst

Ludwig Bäuml vom BBK und Andrea Lamest vom Oberpfälzer Künstlerhaus präsentieren die Schau niederbayerischer Künstler in Schwandorf.
Kultur
Schwandorf
20.08.2016
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Peter Nowotny reduziert Werbebilder zu Ikonen der Gegenwart.

Die Gastkünstler, die derzeit im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf ausstellen, haben es nicht weit. Sie kommen aus Niederbayern. Der BBK Niederbayern /Oberpfalz hat seine Mitglieder diesmal in Ausstellende und Besucher eingeteilt.

Goethe und Schiller, Humboldt und Gauss, Picasso und Jean Cocteau - sie alle pflegten eine Beziehung voller gegenseitiger Inspiration. Durchaus selbstbewusst zieht Ludwig Bäuml hier den Vergleich zur aktuellen Ausstellung im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf. Auch in der Schau, die der Vorsitzende des Berufsverbandes Bildender Künstler (BBK) Niederbayern/Oberpfalz hier gemeinsam mit der Leiterin des Künstlerhauses, Andrea Lamest, vorstellt, geht es um den anregenden Austausch.

Nicht nur Exoten


"transfer_Niederbayern" lautet der Titel der Ausstellung. Das Konzept: Für einige Wochen ziehen die niederbayerischen Mitglieder des BBK ganz alleine ein in die Kebbel-Villa. Womit endlich einmal Klarheit geschaffen wird: Anlässlich des 70-jährigen Bestehens des BBK Niederbayern / Oberpfalz kristallisiert sich nun deutlich heraus, welches Mitglied eigentlich woher kommt. Es sind nämlich durchaus nicht nur exotische Vertreter ferner Gefilde, die ab diesem Wochenende im Oberpfälzer Künstlerhaus präsentiert werden. Namen wie Ursula Bolck-Jopp, Renate Haimerl-Brosch, Tom Kristen oder Alfred Böschl - selbst langjähriger Vorsitzender des BBK - sind auch in der Oberpfalz längst etabliert.

Daneben gibt es aber auch Neuentdeckungen aus der Nachbarregion. Erika Einhellinger etwa formte lange Zeit massige Frauenkörper aus Speckstein. In Schwandorf zeigt sie nun ihre Hinwendung zur drahtigen Femina. Ihre Turnerin in der dortigen Ausstellung ist zwar immer noch kräftig gebaut, allerdings aus einem anderen Material.

Vielversprechender Nachwuchs neben regionalen Klassikern: Das beinhaltet die Auswahl, die der BBK für die Schwandorfer Ausstellung zusammen gestellt hat. Die Arbeiten decken zahlreiche Bereiche künstlerischen Schaffens ab. Es gibt Malerei, Grafik, Druckgrafik, Plastik und eine Installation.

Da ist etwa Anton Kirchmair, der eigenen Angabe zufolge nichts neues mehr anschafft. Seine Arbeiten entstehen aus Materialien, die er zu Hause hat. Zuckerwattestangen etwa: Aus diesen dünnen Stäben hat der Künstler ein Gitterwerk gebaut, das sich in unzähligen Variationen verschieben lässt.

Geht es Anton Kirchmair viel um natürliche Ressourcen und deren Erhalt, so nimmt sich Peter Nowotny das westliche Konsumverhalten vor. In seinen Acrylbildern greift der Künstler Bilder aus der Werbung auf, raubt den Figuren ihre Gesichter, minimiert sie zu flächigen und aus wenigen Linien bestehenden Skizzen und versieht sie mit einem goldenen Hintergrund: Ikonen der Gegenwart mit einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik.

Bereits gut bekannt in Schwandorf ist Hans Lankes, dem das Oberpfälzer Künstlerhaus vor einiger Zeit eine große Einzelausstellung gewidmet hat. Die Arbeiten, mit denen er in die Kebbel-Villa zurückgekehrt ist, zeigen die Weiterentwicklung des Künstlers. Lankes' Messerschnitte sind nun nicht mehr schwarz, sondern zartfarbig. Weißes Papier mit buntem Hintergrund lose an die Wand gepinnt - das wirft einen pastelligen Schimmer auf den Hintergrund.

Bunte Schau


"Natürlich hatte man hier in der Oberpfalz in der Vergangenheit bereits die Möglichkeit, Arbeiten von dem ein oder anderen niederbayerischen Künstler zu sehen", äußert sich Ludwig Bäuml zu der in vielerlei Hinsicht bunten Schau. "Dies allerdings zum Thema einer Ausstellung zu machen, hat es in der Form noch nicht gegeben."

Das somit geschaffene "Forum für Austausch und Bereicherung" betrachtet der selbst in der Oberpfalz lebende BBK-Vorsitzende nicht ganz uneigennützig. "Niederbayerische Künstler hier in der Oberpfalz zu zeigen, ist verknüpft mit der Aussicht, dies im umgekehrten Sinne in Niederbayern stattfinden zulassen", so der Plan. Auch Goethe und Schiller haben sich schließlich mehr als einmal getroffen.

ServiceAusstellung : "transfer_Niederbayern". Bis 2. Oktober.

Vernissage: Sonntag, 21. August, 11 Uhr.

Ort: Oberpfälzer Künstlerhaus, Fronberger Straße 31 in Schwandorf.

Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag von 12 bis 18 Uhr, Sonntag von 11 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung.

Führung : Sonntag, 11. September (11 Uhr).

Info-Telefon : 09431/9716.

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Weitere Informationen:

www.oberpfaelzer-kuenstlerhaus.de
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