"Hier geht allen ein Licht auf" im Stadtmuseum
Erhellende Ausstellung

Oberbürgermeister Andreas Feller schaut nach. Die Röhre im E-Herd, den Oskar von Miller Schwandorfer Hausfrauen zur Verfügung stellte, um das elektrische Kochen salonfähig zu machen, ist jedoch leer. Mit im Bild BN-Bildungsreferentin Ulli Sacher-Ley und Museumsleiterin Eva Maria Keil (von links). Bild: eld
Kultur
Schwandorf
27.10.2016
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Von wegen altes Glump, das Stadtmuseum richtet den Blick in der neuen Sonderausstellung "Hier geht allen ein Licht auf" wie ein Chamäleon nach allen Seiten, auf jeden Fall zurück und nach vorne in die Zukunft. Der Untertitel verrät, die Schau greift ein hoch aktuelles und politisches Thema auf.

"Energiewende ist machbar!?", drückt im Grunde aus, sie ist machbar und die Mitmachausstellung zeigt, wie es geht. Dieses Mal arbeitet das Stadtmuseum mit dem Bund Naturschutz (BN) zusammen. "Nicht das erste Mal", wie Museumsleiterin Eva Maria Keil bei einem Pressegespräch betont. Bei Technik-, Natur- und Umweltthemen holt sie sich gern Partner. Für Oberbürgermeister Andreas Feller passt die Ausstellung gut in den Kontext. Er spielt dabei auf Ostbayernring, Bahn-Elekrifizierung und LED-Umrüstung von Straßenlaternen an.

Keine Glorifizierung


Die Wanderausstellung wurde nach den Worten von Ulli Sacher-Ley, Referentin für Umweltbildung beim Bund Naturschutz, vom Landesamt für Umwelt konzipiert. Sie fußt auf drei Säulen, Energieeinsparung, effiziente Energienutzung und Förderung der erneuerbaren Energien. Im Leuchtkoffer und in der Leuchtbox gehen Lichter an, bei der Testsäule vielleicht so manchem Besucher ein Licht auf, dass der Wäschetrockner für 135 Euro im Jahr Strom frisst. Bei aller Sympathie für erneuerbare Energien glorifiziert die Ausstellung beispielsweise die Windkraft nicht blauäugig. Ein Guckloch zeigt, wie der Rotmilan seine Beute sieht und die Rotoren nicht.

Skeptikern und Zweiflern an neuen Energieformen hilft die Geschichte weiter. Denn Oskar-von-Miller, 1895 Gründer des Schwandorfer E-Werkes, wäre auch beinahe verzweifelt, weil niemand einen bereits 1910 entwickelten Elektroherd wollte. Vielleicht blickt er deshalb so grimmig auf dem Bild, das in der Ausstellung neben einem der ersten E-Herde hängt. Er musste viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit leisten.

Erst als er 1927 aufgeschlossenen Schwandorfer Hausfrauen zu günstigen Konditionen Elektroherde und Strom zur Verfügung stellte, begann die Revolution in der Küche. Bald folgten weitere mit Strom betriebene Haushaltsgeräte. Die ersten Glühbirnen in Schwandorf, 40 Stück, hatte allerdings der Kunstmühlen-Besitzer Stettner bereits 1887 in Wohnhaus, Mühle und Stallungen hängen.

Ausstellung"Energiewende - Hier geht allen ein Licht auf!?" eröffnet heute um 19.30 Uhr OB Andreas Feller. Einführende Worte spricht Arnold Kimmerl, Zweiter Vorsitzender der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz. Die Ausstellung ist ab morgen, 28. Oktober, bis zum 5. Februar 2017 zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch, Freitag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr sowie Donnerstag von 12 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung, besonders für Schulklassen. (eld)
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1 Kommentar
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Stefan Pachomyus aus Wörth an der Donau | 28.10.2016 | 10:55  
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