Klardorf: Neues Pflegeheim für Demenzkranke eingeführt - Tag der offenen Tür
Wohngemeinschaft für Demenzkranke

Architektin Maria Plank (rechts) überreichte Natalia Watke (Zweite von rechts) und Barbara Kass (links) eine "Bücher- Singliesl" für demenzkranke Menschen. In der Mitte Bauleiter Wolfgang Pursche. Bild: rid
Kultur
Schwandorf
31.01.2015
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Bei der Betreuung dementer Menschen geht Natalia Watke neue Wege. Die examinierte Altenpflegerin hat in der Zielheimer Straße 33 in Klardorf ein Pflegeheim für demenzkranke Senioren errichtet. Am Donnerstag war Einweihung, heute, Samstag, hat die Bevölkerung von 10 bis 16 Uhr die Möglichkeit zur Besichtigung.

Natalia Watke hat mit Barbara Kass und Doris Zugschwert zwei Mitinvestoren gewonnen. Gemeinsam erwarben sie von der Pfarrei St. Georg ein 1800 Quadratmeter großes Grundstück an der Zielheimer Straße und nahmen gut eine Millionen Euro für den Bau der Wohngemeinschaft in die Hand.

Dem Trend folgend

"Der Trend geht hin zur ambulant betreuten WG", ist Natalia Watke überzeugt. Sie ist Inhaberin eines ambulanten Pflegedienstes, betrieb zuletzt bereits eine WG für demenzkranke Bewohner in der Klardorfer Straße und zieht jetzt in den Neubau um. Das häusliche und zugleich familiäre Umfeld biete Verlässlichkeit und vermittle ein Gefühl der Geborgenheit, erklärt Natalia Watke.

Das Pflegepersonal stehe rund um die Uhr zur Verfügung. Ganz auf die Demenzpatienten ausgerichtet sei auch die gesamte Infrastruktur des neuen Gebäudes mit 12 Einzelzimmern, Gemeinschaftsräumen und einem abgeschlossenen Innenhof.

Bereits seit 2009 betreibt Natalia Watke in der Klardorfer Straße die "Ambulante Pflege mit Herz" . Dieses Prinzip übertrug sie zusammen mit ihren Partnerinnen auf das neue, größere Haus in der Zielheimer Straße, das Architektin Maria Plank , eine gebürtige Schwandorferin, die heute in Karlsruhe lebt, perfekt auf die Bedürfnisse der Demenzpatienten zugeschnitten hat. Die ganze Anlage ist barrierefrei. Wichtigster Ort ist der Gemeinschaftsraum, wo gekocht, gegessen und gelebt wird.

Rund um die Uhr da

Zwei Präsenzkräfte sind rund um die Uhr für die Bewohner da. Dazu kommen die Mitarbeiter der Pflegedienste. "Es ist eine innovative Wohnform, bei der die Selbstbestimmtheit der Bewohner im Mittelpunkt steht", sagte Watke bei der Einweihung. "Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein". Doris Zugschwert zitierte aus Goethes "Faust" und interpretierte die Worte so: "Jeder Mensch hat das Recht, dass man ihm auch im Alter Respekt entgegenbringt". Für den stellvertretenden Landrat Jakob Scharf ist das, was Watke, Kass und Zugschwert aus dem Gelände mit einer Bauruine gemacht haben, eine "wegweisende und vorbildliche Einrichtung im Landkreis Schwandorf".
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