„Love & Lost“ mit Anna Maria Sturm
Exquisite Klangfolgen

Das Thema "Liebe" variierten im Oberpfälzer Künstlerhaus Anna Maria Sturm, Uri Gincel und Boram Lie (von links) intensiv und eindrucksvoll. Bild: tie
Kultur
Schwandorf
19.02.2017
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Liebe und deren Verlust thematisierte das Trio der Schwandorferin Anna Maria Sturm (Gesang) mit Boram Lie (Violoncello) und Uri Gincel (Piano). Am Ende stand die verlorene Liebe und ein Abend voll Intensität.

Ein mitreißender Musikabend wurde im Oberpfälzer Künstlerhaus geboten, als das neue Projekt der Schauspielerin und Sängerin Anna Maria Sturm aus Schwandorf zusammen mit der Cellistin Boram Lie und dem Pianisten Uri Gincel uraufgeführt wurde. Das Publikum füllte den Saal im Oberpfälzer Künstlerhaus komplett, als die drei Musiker nach vorne traten.

Klassik und Jazz


Gemäß "Love & Lost", also dem Namen des Programms, hatte die Sängerin eine Folge von Musikstücken aus Klassik und Jazz miteinander verknüpft, die das Schöne und auch das Schmerzhafte an der Liebe nahe brachten. Das begann schon mit dem ersten Beitrag aus dem Liederzyklus "Frauenlieb und Leben op 42" von Robert Schumann "Seit ich ihn gesehen, glaub ich blind zu sein". Anna Maria Sturm sang mit berührend feiner Stimme, Boram Lie und Uri Gincel begleiteten auf ihren Instrumenten einfühlsam und präzise.

Einen anderen Charakter präsentierte das folgende Lied "Walking after Midnight", ein rhythmisch präsentes und kunstvolles Jazzstück, am Klavier schwungvoll, infolge Pizzicato im Cello taktgenau und im Gesang das Thema gänzlich nahebringend. Anna Maria Sturm erklärte die großen Emotionen der "Frauenliebe" von Schumann und der Songs von Patsy Cline, der "Queen of Country". Dann ging es musikalisch weiter mit "Crazy", einer tiefsinnigen Jazzkomposition - trotz oder gerade wegen des richtungsweisenden Titels. Uri Gincel improvisierte bewegend, später kamen auch die beiden Damen hinzu und gestalteten in schönen Tönen eine Vielfalt von Tonfolgen, mehr als man eigentlich erwarten konnte. Mit einem ausführlichen Epilog des Klaviers klang das Stück aus. Auch hier war wohl Improvisation dabei.

Vorstellungen von Liebe


Die freie Gestaltung erkannte man ebenso bei Schumanns Lied "Süßer Freund, du blickest mich verwundert an" allein durch die Mitwirkung des Cellos, die aber passend den liebevollen Charakter der musikalischen Aussage unterstützte. Von Boram Lie hatte Anna Maria Sturm den Tipp bekommen, Patsi Clines Stück "Strange" für das Trio zu arrangieren. In ihrem Vortrag vermittelte die Sängerin die Vorstellungen von der Liebe hinreißend.

Perfekt arrangiert


Das Pizzicato des Cellos und die Umspielungen des Klaviers passten tadellos dazu. Genauso faszinierte der folgende Song "Two Cigarettes in an Ashtray" im Zusammenklang der drei Interpreten. Und zum Abschluss nochmals Schumann: Sein Lied op 42/8 "Nun hast du mir den ersten Schmerz getan" weist auf das mögliche Ende der Liebe voll Trauer hin. Der große Beifall der Zuhörer rief eine zum Thema passende Zugabe hervor. Aus den "Liedern und Gesängen" op 32 ertönte die Nummer 2: "Nicht mehr zu dir zu gehen, beschloss ich". Damit ging eine musikalische Veranstaltung ganz besonderer Intensität zu Ende.
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