Oratorienchor Schwandorf gestaltete in der Spitalkirche ein klangvolles Herbstkonzert
Festliche Töne im „Liebesgarten“

Der Oratorienchor widmete sich in seinem Konzert in der Spitalkirche ganz dem Thema "Liebe". Bild: tie
Kultur
Schwandorf
17.11.2016
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Von Reinhold Tietz

Schwandorf. Wenn es um Liebe geht, fällt Dichtern fast immer etwas ein. Und Komponisten schaffen es dann, die richtige Stimmung des Wortes mit dazu passender Musik zu vertiefen. Gelungene Beispiele dafür trugen die Mitglieder des Oratorienchors Schwandorf bei ihrem Konzert am Samstag in der Spitalkirche vor.

Zunächst widmeten sich die Sängerinnen und Sänger entsprechenden Werken der Renaissance. "Zwei Chansons für vierstimmigen Chor" von Clément Jannequin (um 1480 - 1560) in der Chorbearbeitung von Eberhard Kraus eröffneten mit frischem deutlichem Gesang. Wolfgang Kraus dirigierte stets exakt und anfeuernd. Daniela von Glasow-Kalischeck rezitierte zwischen den einzelnen Stationen des Programms passende Gedichte. Musikalisch folgten "Acht englische Lieder für Bariton und Klavier oder vierstimmigen Chor", bearbeitet von Eberhard Kraus, und "Zwei Lautenstücke", für Klavier eingerichtet von Peter Warlock, alles komponiert von John Dowland (1562-1626). Der Bariton Peter Neff bat "gewährt mir eure Liebe", meinte sehnsuchtsvoll "kommt mit mir, süße Geliebte", hoffte "kann sie meine Fehler entschuldigen?", befürchtete "so täuscht sie dich" und beschloss, wenn "sie meine Liebe erwidert, soll meine teure Freude ewig leben". Ebenso vielschichtig in den Stimmungen waren die Chorlieder, wenn sie "die Liebe ist frei" besangen oder "jetzt muss ich Abschied nehmen". Aber nein, das Schlusslied stellte fest "komm wieder, die süße Liebe lädt dazu ein". Abstrakt unterstützten die beiden Klavierstücke die Stimmung, wenn das eine rasch fugiert die komplizierte Situation darstellte, das andere freudige Erwartung darbot. Von Orlando di Lasso (1532-1594) folgte das Madrigal "Matona mia cara", ein Ständchen für "mein allerliebstes Fräulein", dem versprochen wird, "im Liebesspiel werde ich mich die ganze Nacht anstrengen". Ein Gesang voller Hoffnung auf Verwirklichung.

Erich Fried meinte in Daniela von Glasow-Kalischecks Rezitation dazu: "Es ist was es ist sagt die Liebe", egal was "Vernunft, Berechnung, Angst, Einsicht, Stolz, Vorsicht, Erfahrung" davon halten. Mit dieser Lehre ging es in die Pause. Danach ertönten Lieder und Chöre der Romantik.

Zunächst erklangen aus dem "Liederkreis" op 24 nach Texten von Heinrich Heine vertont von Robert Schumann einige Nummern, die sich ebenso differenziert mit dem Thema "Liebe" auseinandersetzen, erst verträumt, dann sehnsuchtsvoll, gar bewundernd, jedoch einsichtig und schließlich "Lebewohl" singend. Der Bariton Peter Neff gestaltete diese unterschiedlichen Aussagen höchst angemessen, Graham Buckland begleitete sehr differenziert am Klavier.

Vom gleichen Komponisten schlossen sich "2 Chorballaden für vierstimmigen Chor a cappella" aus op 67 an. Josef Gabriel Rheinberger ist Komponist der nachfolgenden Werke. Zuerst erklang das Chorlied "Es glänzt die laue Mondennacht" op 32/1 sehr einfühlsam, dann wurden "3 Chorlieder aus dem Zyklus "Liebesgarten" für Chor a cappella" op 80 vorgetragen. Als Zugabe folgte schließlich der "Nachtgesang" mit der immer passenden Aussage "Die Sterne leuchten am Himmel".
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