Prof. Kurt Seibert spielt und deutet beim 10. Schwandorfer Klavierfrühling
Hommage an Robert Schumann

Prof. Kurt Seibert spielte beim Schwandorfer Klavierfrühling. Bild: tie
Kultur
Schwandorf
12.03.2016
14
0

Jetzt war es soweit. An diesem Abend spielte nicht Sohn Christian, nicht Ex-Schülerin Junko Tsuji, sondern Professor Kurt Seibert selbst. Sein Programm umfasste innerhalb der "Hommage an Robert Schumann", dem Leitmotiv des "10. Schwandorfer Klavierfrühlings", wie in den Abenden zuvor, Sammlungen von Klavierstücken des Komponisten der Romantik.

"Höchst lebhaft"


In seiner Einführung wies Seibert darauf hin, dass in der Romantik neben Tempoangaben auch individuelle Überschriften der einzelnen Nummern einer Sammlung üblich werden. So in dem Spätwerk "Waldszenen" op 82. In ihm traten nach dem "Eintritt" der "Jäger auf der Lauer" und "Einsame Blumen" mit den Spielanweisungen "Nicht zu schnell", "Höchst lebhaft", "Einfach" in Erscheinung und wurden in adäquater Spielweise und passender denkerischer Gestaltung vom Pianisten Seibert dargestellt. In diesen und den sechs weiteren Nummern der Sammlung sollte man als Hörer ähnliche Vorstellungen gewinnen. Kurt Seibert verhalf seinem Publikum zum Verständnis der musikalischen Absichten Schumanns. Die "Kinderszenen" op 15 sind viel früher komponiert und haben ebenfalls Überschriften, die eine jeweilige Stimmung darstellen sollen. Allerdings besitzen sie keine Tempo-Angaben, was beispielsweise bei der berühmten "Träumerei" dazu führt, dass sozusagen der eine schneller, der andere langsamer träumt. Auch die anderen zwölf Stücke können individuell gestaltet werden.

Da sie nicht schwer zu verstehen sind, lassen sich die Tonfolgen unschwer mit eigenen Gedankenwelten verknüpfen. Überschriften wie "Hasche-Mann", "Bittendes Kind", "Ritter vom Steckenpferd" oder "Kind im Einschlummern" erleichtern das nicht nur bei jugendlichem Publikum.

Schwerer fällt das in der "Kreisleriana" op 16, die Seibert als letztes Werk spielte. Bei den acht Stücken dieser "Phantasien für das Pianoforte" gibt es nur Tempobezeichnungen. Dennoch war man mitgerissen von den Stimmungen, die Schumann darbot, selbst wenn man sie gar nicht genau benennen konnte. Aber das ist doch aus dem Leben gegriffen. Wie oft kennt man die eigene Stimmung nicht genau genug?

Vorlage von E.T.A. Hoffmann


Die damaligen Hörer hatten es leichter, denn Schumanns literarische Vorlage, das Romanfragment "Lebensansichten des Katers Murr nebst fragmentarische Biografie des Kapellmeisters Johannes Kreisler" von E.T.A. Hoffmann war damals ziemlich bekannt. Niedergeschlagenheit und Hochstimmung wechseln einander ab. Zu Recht erhielt Kurt Seibert von allen Anwesenden, darunter dem Musikkurs der Oberstufe des CFG-Gymnasiums samt Leiterin Stefanie Jehl, herzlichen Beifall für seine Interpretation.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.