Roberto Legnani begeistert an der Gitarre
Virtuose Saitenkunst

Roberto Legnani brillierte in der Spitalkirche vor allem mit Gitarren-Stücken aus dem spanischsprachigen Raum. Bild: tie
Kultur
Schwandorf
18.11.2016
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Von Reinhold Tietz

Schwandorf. Schon öfters war der bekannte Gitarrist Roberto Legnani in Schwandorf und begeisterte zusammen mit seiner Partnerin, der Cellistin Ariana Burstein, das Konzertpublikum. Nun trat er allein am Sonntagvormittag in der Spitalkirche auf und spielte, gemäß seines Programmtitels, "Virtuose Gitarrenmusik". Er phantasierte auf seinem Instrument in gekonnter und mitreißender Art.

Ob es nun eigene Improvisationen oder Stücke aus dem spanischsprachigen Raum waren, der Musiker vermochte ein überzeugendes Flair von dieser Musik infolge seiner sehr einfühlsamen Interpretation zu vermitteln. Das begann schon mit der überzeugenden Darstellung des berühmten klangintensiven Musikstücks "Asturias" von Isaac Albéniz. In zwei Eigenkompositionen, der lyrischen Cavatine "Sun filled the sky" und dem furiosen Renner "Spatter the Dew" setzte sich dieser Eindruck fort. Majestätischer Sound prägte "La Catedral" von Agustin Barrios Mangoré aus Paraguay, lieblich schloss sich "3 Neginot" von Roberto Legnani an.

Und wiederum folgten schnelle Tonfolgen im schwungvollen "Capricho Arabe" von Francisco Tárrega. "Maxixe", ein Tanz aus Rio de Janeiro, in Gitarrenfassung des Interpreten, beschloss sehnsüchtig wie schwungvoll den ersten Teil der Konzertmatinee. Ein weiteres sehr berühmtes Stück eröffnete den 2. Teil des Konzerts: "Recuerdos de la Alhambra" von Francesco Tárrega erinnerte mit bezauberten Klangfolgen an Granadas maurischen Palast. Jetzt folgte wieder eine Eigenkomposition, nämlich die "Suite Latina" mit den verschieden ausgeprägten Sätzen "Prelúdio do Rio" aus Brasilien, " Milonga" aus Uruguay und "Las Abejas" aus Paraguay. Nach dem Vorspiel also ein beschwingter Volkstanz und dann noch unruhige Bienen, alles treffende Beispiele für den Melodiereichtum dieser Länder. Vom deutschen Barockkomponisten Dietrich Buxtehude erklang eine rasche "Allemande" und eine feierliche "Sarabande" in ebenso gekonnter Darstellung. Schließlich beschloss die Suite "Le Rossiniane no.1" op 119 von Mauro Giuliani die Vortragsfolge.

Melodiereich verstand Giuliani seine Verehrung des italienischen Maestros auszudrücken, wobei jede einzelne Folge einen eigenen Charakter präsentierte. Großer Beifall folgte, und Roberto Legnani ließ eine Tarantella" aus Andalusien und ein spanisches Fischerlied in eigener Fassung als Zugaben folgen. Damit ging eine Matinee zu Ende, die den Zuschuaren als Musikgenuss besonderer Qualität in Erinnerung bleiben wird.
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