Stefan Mickisch erklärt Wagner im Oberpfälzer Künstlerhaus
Musik, die Grenzen überschreitet

Noten braucht Stefan Mickisch schon lange nicht mehr. Ausdrucksvoll präsentiert er Richard Wagners Oper "Tristan und Isolde" seinem Publikum nicht nur am Klavier, sondern auch mit Worten. Bild: zaf
Kultur
Schwandorf
26.09.2016
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Von Franziska Zahn

Schwandorf. Die einen sehen ihn als einen der größten Könner der Musikgeschichte, andere können gar nichts mit ihm anfangen. Doch trotz aller Abneigung begeistert Richard Wagner mit seinem Liebesdrama "Tristan und Isolde" nicht nur seine Anhänger, sondern auch die Gegner seiner Musik. Sowohl emotional als auch lehrreich ist das Konzert von Stefan Mickisch am Freitag im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf über eben diese Oper.

Unendliche Melodie


Das Werk, das die Musikgeschichte veränderte, zerlegt und wie ein Mosaik wieder zusammengesetzt: Mickisch spielt auf dem Klavier nicht nur ganze Stücke von "Tristan und Isolde", er nimmt Teile der Musik und erklärt, was dahinter steckt. Wagners Musik ist grenzüberschreitend, voller Sehnsucht und chromatisch. Schon das Vorspiel des Werks gleicht einer unendlichen Melodie. Doch Richard Wagner ist nicht nur abstrakt, neuartig und modern. Viele Teile der Oper erinnern an seine Vorgänger - Ludwig van Beethoven, sogar Wolfgang Amadeus Mozart.

Jahrelange Erfahrung


Mickisch beherrscht "Tristan und Isolde" so, als habe er sie schon lange verinnerlicht. Mit technischer Sorgfalt und großen Ausdruck bringt er dem Publikum nahe, welche Emotionen Richard Wagner vermitteln wollte. Als Held der Chromatik wird der Komponist gefeiert. Höchst romantisch ist jedoch das Finale des letzten Akts, Isoldes Liebestod.

Mit seiner jahrelangen Erfahrung und seinem Können begeistert Mickisch, der schon mehr CDs aufgenommen hat als er alt ist, das Publikum. Um genau zu sein sind es mittlerweile 70. Auch die Oper "Der ferne Klang" des modernen Komponisten Franz Schreker, die er am nächsten Abend vorstellt, hat er schon aufgenommen.

Dabei spielte für Schreker, der zu Unrecht als eher unbekannter und unterschätzter Komponist gilt, unsere Oberpfalz eine größere Rolle, als mancher vielleicht denken mag. Inspiration holte er sich unter anderem, indem er einmal durch Schwandorf fuhr. Eines seiner Stücke hat er sogar "Irre Lohe" getauft.
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