„Theaterbühne Schwandorf“ widmet der Sängerin einen Abend
Knef-Lieder im Blumenladen

Annette Ebmeier (links) las aus der Knef-Autobiografie "Der geschenkte Gaul". Ursula Gaisa (rechts) erinnerte an die große "Chansonnier" Hildegard Knef. Bilder: rid (2)
Kultur
Schwandorf
17.03.2016
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"Ich brauch' Tapetenwechsel, sprach die Birke." Beim Knef-Abend im Blumenhaus "Heinz" durfte die musikalische Fabel ebenso wenig fehlen wie ihr wohlbekanntestes Lied: "Für mich soll es rote Rosen regnen." Als "die beste Sängerin ohne Stimme" bezeichnete sie einst Ella Fitzgerald, als sie Hildegard Knef in den 1950er Jahren am Broadway erlebte. Da konnte Knef-Interpretin Ursula Gaisa am Samstag stimmlich auf jeden Fall mithalten.

Lebte sie noch, wäre die Schauspielerin und Sängerin heute 90 Jahre alt. Für die "Theaterbühne Schwandorf" Anlass genug, um an das Leben, die Lieder und Texte "der Knef" zu erinnern. Annette Ebmeier als Sprecherin, Ursula Gaisa als Sängerin und Eberhard Geyer am Piano gestalteten ein Programm unter dem Titel "Mir sollten sämtliche Wunder begegnen". Im Wechsel von Gesang und Lesung entstand ein Porträt "der Knef" und ihrer Zeit .

Die Diva hatte wahrlich ein bewegtes Leben. Die kleine Hilde, in Ulm geboren, kommt als Halbwaise nach Berlin. Sie geht zum Film, 1948 sogar nach Hollywood, und kehrt nach Deutschland zurück. Zwar nur für ein kurzes Intermezzo, aber das hatte es in sich. Der Film "Die Sünderin", in dem sich Hildegard Knef ganze sechs Sekunden lang nackt zeigte, wurde zum großen Skandal in der jungen Republik.

Die Schauspielerin geht wieder nach Amerika. Dort begegnet sie zwei anderen Ikonen des Films: Marilyn Monroe und Marlene Dietrich. Cole Porter holt Knef für sein Musical "Silk Stockings" an den Broadway und entdeckt sie als Sängerin. Doch singen kann man das eigentlich nicht nennen, was die "Chansonnier" dann aber doch mit großem Erfolg tut. Ihre typische "Stimme, die keine ist", umfasst eine unglaubliche Bandbreite, vom rauchigen Hauchen bis zum lauten Sprechgesang.

Ursula Gaisa versucht da gar nicht erst "die Knef" zu imitieren. Mit kräftiger, klarer Stimme erinnerte sie an die Hommage "der Knef" an Marlene Dietrich: "Ich hab' noch einen Koffer in Berlin". Annette Ebmeier las aus der Autobiografie "Der geschenkte Gaul" und verdeutlichte den Zuhörern im ausverkauften Saal, wie witzig, präzise und wortgewaltig Hildegard Knef schreiben konnte.

Der Vorsitzende der "Theaterbühne", Hans Wilhelm, kündigte für dieses Jahr fünf Stadtführungen zum Thema "Tatort Schwandorf - Henker, Gauner, Besenstil", ein Sommertheater im Fronberger Schlosshof und ein Wintermärchen in den Felsenkellern an.
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