Trio „Tierra del sol“ bietet bezaubernde Klänge
Sonne und Süden in der Spitalkirche

Das Trio "Tierra del Sol" mit Markus Schlesag (Bass, von links), Gitarrist Clemens M. Peters und Sänger Gustavo Martín Sánchez entführte die Gäste in der Spitalkirche in den Süden. Bild: tie
Kultur
Schwandorf
10.05.2016
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Spanisches Feuer und lateinamerikanische Rhythmen: Das Trio "Tierra del Sol" holte am Samstag den Süden in die Spitalkirche. Die "Konrad-Max-Kunz-Tage" setzten mit dem Konzert ein weiteres Highlight, wie auch Bürgermeisterin Ulrike Roidl in ihrer Begrüßung betonte.

Gitarrist Clemens M. Peters ("El Moreno") begann, eine verträumte Melodie zu spielen, nach einigen Takten zupfte Markus Schlesag auf seinem Kontrabass rhythmische Begleittöne dazu. Gustavo Martín Sánchez sang "En el Café de Chinitas" (im Kaffeehaus der schönen Frauen) von Federico Garcia Lorca, und schon ging die Reise los: Vom ersten Moment an faszinierte die gewaltige Stimme des Vortragenden, erfreute die genaueste Begleitung der anderen Musiker. "Siboney" begann mit einem Präludium der Gitarre, dann folgte ein großer elegischer Gesang. Gefühle anregend interpretierte der Sänger den Text. Wiederum von Lorca war "Los Cuatros muleros" (Die vier Maultiertreiber), ein Musikstück voller Rhythmen, über denen die Stimme des Sängers schwebte. Es folgte "Granada" von Agustin Lara mit virtuosem Pizzicato des Basses, dem sich ebenso virtuose Klangfolgen auf der Gitarre anschlossen, bis der Sänger mit seinem "Canto" begann. Die weltberühmte Melodie gestaltete er gefühlvoll und mit einer Tanzeinlage. Eine junge Dame aus der ersten Reihe tanzte gerne mit.

Der Titel des nächsten Liedes "Volver" (umkehren) von Alfredo le Pera soll an das Exil von Musikern während der argentinischen Militärdiktatur erinnern. Der Gesang der auf Rückkehr Wartenden klang voller Sehnsucht und hoffnungsvoller Erwartung. Das letzte Stück vor der Pause hieß "Baladilla de los tres rios" und war ebenfalls von Lorca. Gitarrenakkorde, Bass-Pizzicato, Händeklatschen und Gesangseinlagen, die der Gitarrist mit eigenem Singen unterstützte, entwarfen das musikalische Bild der drei Flüsse. Den zweiten Teil des Konzerts leitete das schöne Lied "Mediterráneo" ein. Alle drei Künstler lobten vollmundig das Mittelmeer. Eine Hommage an die Hauptstadt Argentiniens war das Lied "Mi Buenos Aires querido" (Mein geliebtes Buenos Aires), das sehr einfühlsam gesungen wurde. Dagegen war "Lamento Gitano" (der klagende Zigeuner) mehr elegisch. In "El Horno" (der Herd) konnte Gitarrist Clemens M. Peters ein weiteres Mal seine virtuose Spielweise vorführen, unterstützt von Händeklatschen und Basspizzicato im entsprechenden Rhythmus. "Oblivion" von Astor Piazolla bot man in einer Fassung mit Gesang an. Ein Klagelied, das in dieser gesanglichen Intensität voll erschütterte. "Sevillana del siglo XVIII" (Sevilla im 18. Jahrhundert) bot einen gelungenen Kontrast dazu, war schnell und melodienreich, dagegen war "Bella enamorada" (Schöne Geliebte) verhalten sehnsuchtsvoll in Klang und Gesang. Der Abschluss, "Anda Jaleo" (Tanz den Tanz), wieder von Lorca, war lebhaft, zeigte feurigen Gesang und entsprach damit dem Titel. Erst nach zwei Zugaben wurde das Trio mit verdientem und begeistertem Applaus entlassen.
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