Zum "Modern Talking"-Jubiläum: Thomas Anders einst in ungewohnter Rolle
Auftritt vor dem Kadi

Mädchenschwarm und zusammen mit Dieter Bohlen als Duo "Modern Talking" bekannt geworden: Thomas Anders, heute 51 Jahre alt und längst nicht mehr mit langen Haaren ausgestattet, musste am Anfang seiner Karriere einmal als Zeuge vor dem Schwandorfer Amtsgericht erscheinen. Archivbild: hfz
Kultur
Schwandorf
08.12.2014
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Sie verkauften 120 Millionen Tonträger und landeten unmittelbar nacheinander fünf Nummer-eins-Hits in den deutschen Hitparaden. Vor ein paar Tagen haben Dieter Bohlen und Thomas Anders bei einem deutschen Privatsender ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert. Als "Modern Talking" wurden sie mit Songs wie "Cheri, Cheri Lady" und "You're my heart, you're my soul" zur musikalischen Legende.

Gage als Streitpunkt

Dass sie auch einmal in den Landkreis Schwandorf kamen und daraus später ein Prozess beim Schwandorfer Amtsgericht entstand, weiß heute kaum noch einer. "Modern Talking" gaben in ihren Anfangszeiten ein Gastspiel in der damals noch stehenden alten Neunburger Stadthalle, die auch als gemauertes "Bierzelt" bei den jährlichen Volksfesten in der Pfalzgrafenstadt diente. Später ging es dann wohl um die Gage für Bohlen und Anders. Sie floss nicht so, wie es hätte sein sollen.

In Schwandorf wurde vor einem Richter ums Geld gestritten. Was dabei herauskam, war eher wenig bedeutsam. Doch Schlagzeilen machte die Tatsache, dass Thomas Anders als Zeuge geladen wurde. Das gefiel dem "Modern Talking"-Mann zwar wenig, doch er hatte zu erscheinen. Und so kam er dann an einem Vormittag. Im kultigen Popgewand, mit dem berühmten Dreitage-Bart und mit einem Halskettchen, an dem die Buchstaben "Nora" hingen. "Nora" war seine Frau.

Kurz und schmerzlos

Der Auftritt dauerte nicht lange. Dann durfte Thomas Anders wieder gehen. Fans blieben zwangsläufig fern. Sie hatten zuvor nichts von seiner Zeugenladung erfahren. Erst im Nachhinein stand der Anders-Kurzbesuch in unserer Zeitung "Der neue Tag". Dessen Redaktion in Schwandorf war erst kurz vor der Verhandlung informiert worden. Natürlich wurde der so plötzlich erscheinende Sänger um ein Interview gebeten. Doch er gab sich wortkarg und verschwand aus dem Nebengebäude, das seinerzeit zur Abwicklung von sogenannten WAA-Prozessen eigens errichtet worden war.

Nach Neunburg vorm Wald kamen übrigens nicht nur "Modern Talking". Auch die "Les Humphries Singers" waren da. Doch das ist wieder eine ganze andere Geschichte.
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