"Zwickl"-Dokumentarfilmtage vom 17. bis 25. September
Liebe im Fokus

In den Schaufenstern von neun leerstehenden Läden in Schwandorf sind derzeit Hochzeitsfotos, Briefe, Zeitungsartikel und Plakate zu sehen, die sich mit dem Thema Liebe beschäftigen. Das Material für die Ausstellung hat "Zwickl"-Chefin Anne Schleicher zusammengetragen. Bild: doz
Kultur
Schwandorf
08.09.2016
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Das "Zwickl" kommt mittlerweile ganz ohne WAA und Oberpfälzer Seenland aus. Heuer fehlen im Programm der Schwandorfer Dokumentarfilmtage erstmals Filme, die sich mit diesen Themen beschäftigen. Dafür hat Initiatorin Anne Schleicher ein sehr liebevolles Programm zusammengestellt.

Das ist wörtlich zu nehmen. Denn der fünfte Geburtstag des Filmfestivals steht unter dem Motto Liebe. In der Schwandorfer Innenstadt sind Hochzeitsfotos, Zeitungsartikel, Liebesbriefe und alte Filmplakate gerade der Blickfang für alle Flaneure. Sie sind an Schaufenster neun leerstehender Gebäude angebracht. Die Summe aller Teile ergibt letztlich eine Ausstellung.

Wer die Schaufenster betrachtet, wird automatisch an das Filmfestival erinnert, das vom 17. bis 25. September über die Bühne geht. Insgesamt werden 25 Dokumentationen im Union-Kino und dem alten Metropolkino (heute Blumen Heinz) gezeigt. Natürlich geht es oft um die Liebe, aber nicht nur. Zu den bekannten Streifen gehört in jedem Fall "Above And Below", in dem der Regisseur Nicolas Steiner Menschen beleuchtet, die an ungewöhnlichen Orten Leben: ein einsamer Cowboy in der kalifornischen Wüste, ein Paar in den Flutkanälen unter den Straßen Las Vegas. Aber auch "The Act of Killing" dürfte vielen ein Begriff sein. Regisseur Joshua Oppenheimer ließ in seiner Dokumentation Mördern ihre Taten nachspielen, die sich während des Militärputsches 1965 in Indonesien ereigneten.

Prominente Gäste


Ansonsten bietet "Zwickl" ein Potpourri von Dokumentationen. "Die Blume der Hausfrau", eine vermeintliche Mafia-Geschichte mitten in Stuttgart, deren Protagonisten Staubsauger-Vertreter sind, bezeichnet Schleicher als Geheimtipp. "Monica und David" erzählt die Geschichte von zwei am Down-Syndrom erkrankten Menschen. Der Oscar-nominierte "Das Salz der Erde" von Wim Wenders stellt den brasilianischen Fotografen Sebastio Salgado in den Fokus. Der Film lebt von den wundervollen Bildern Salgados und die Geschichten, die sich dahinter verbergen. Das gesamte Programm steht im Internet (siehe Link).

Beim Filmfestival waren in den vergangenen Jahren schon etliche Prominente zu Gast: Hans Söllner, der Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi und seine Frau Helene sowie Rallyefahrer Walter Röhrl. Heuer ist vor allem Hage Hein zu nennen, der Manager und Wegbegleiter von Hubert von Goisern. Über den Sänger läuft beim Filmfestival zweimal die Dokumentation "Hubert von Goisern - Brenna tuats scho lang" (Regie: Marcus H. Rosenmüller). Im Anschluss an die Vorführung am Sonntag, 25. September, um 11 Uhr im alten Metropolkino ist ein Saalgespräch mit Hein angesetzt.

"Erfolg angetrieben"


Über die WAA- und Oberfpälzer-Seenland-Filme, die in den vergangenen Jahren liefen, sagt Schleicher in der Nachbetrachtung: "Sie haben den 'Zwickl'-Start sehr erleichtert und den Erfolg angetrieben." Allerdings beweise die Abwesenheit der beiden Themen, dass die Dokumentarfilmtage mittlerweile für sich selber stehen.

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Weitere Informationen:

www.2wickl.de und auf Facebook

Dokumentarfilmtage: Geschichte und KartenverkaufAnne Schleicher hat die Dokumentarfilmtage 2012 ins Leben gerufen. Sie studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Wien und ist heuer zum fünften Mal "Zwickl"-Chefin. Im ersten Jahr kamen 1300 Besucher zu den Vorführungen. Ein Jahr später stieg die Stadt Schwandorf als Veranstalter ein und trägt das Projekt bis heute. Die Spielorte wechseln jährlich. Im vergangenen Jahr war das "Zwickl" etwa in Amberg zu Gast. Heuer werden die Dokumentationen im Schwandorfer Union-Kino sowie im ehemaligen Metropolkino gezeigt. Das heutige Blumen-Geschäft wird für das Festival extra zum Kino umfunktioniert. Der Original-Vorführraum existiert noch. Karten (zwei Euro, einen "Zwickl", je Vorstellung) gibt es bis Freitag, 16. September, im Tourismusbüro Schwandorf, Telefon 09431/45550. Während der Festivalwoche vom 17. bis 25 September sind Tickets im alten Metropolkino (Blumen Heinz) unter Telefon 0173/8642880 erhältlich. Die Abendkasse für Vorstellungen läuft ab einer halben Stunde vor Vorstellungsbeginn ausschließlich über das alte Metropolkino in der Schweigerstraße 2. (doz)
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