200 Schwandorfer demonstrieren gegen Kundgebung - Widerstand auch in Neunburg
Rechtsradikale ausgepfiffen

Rund 200 Menschen demonstrierten am Samstag in Dachelhofen spontan gegen eine Kundgebung einer rechtsradikalen Kleinpartei. Bild: Hösamer
Lokales
Schwandorf
13.07.2015
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Rund 200 Bürger bewiesen am Samstag dass die Große Kreisstadt bunt ist. Mit einem Pfeifkonzert und Transparenten zeigten sie bei einer spontanen Gegendemonstration, was sie von Rechtsradikalen halten: "Ihr könnt nach Hause geh'n", schallte es dem guten Dutzend Neonazis entgegen, die um die Mittagszeit bei einer Kundgebung der rechtsradikalen Kleinpartei "Der dritte Weg" vor dem ehemaligen Rathaus in Dachelhofen ihre kruden Thesen gegen Asylbewerber und Flüchtlinge verbreiten wollten. Trotz Lautsprecherwagen war kein Ton zu verstehen. "Zieht den Nazis die Lederhosen aus", quittierten die Demonstranten die Kleidung der Rechtsradikalen.

Zu den Gegendemonstranten gehörten Landtagsabgeordneter Franz Schindler, zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl und Altlandrat Volker Liedtke, dazu weitere Stadt- und Kreisräte von SPD, Grünen, ÖDP, UW und Vertreter der Piraten. Die Pfarrer Eugen Thumann und Arne Langbein unterstützten das Bündnis ebenso. "Refugees welcome", also "Flüchtlinge willkommen", war auf vielen T-Shirts zu lesen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, Bereitschaftspolizei riegelte nach der Kundgebung mit Fahrzeugen den Stand der Rechten ab. Zwischenfällen gab es keine. Die Neonazis machten sich auf den Weg nach Neunburg vorm Wald. Dort schlug ihnen ebenfalls akustischer Widerstand entgegen: Ein spontanes "Protest-Orchester" marschierte auf. Auch in Nittenau war eine Kundgebung geplant. Wegen einer Baustelle hätten die Radikalen auf die Angerinsel wechseln müssen. Darauf verzichtete der "dritte Weg". Die Partei gilt als Auffangbecken der Rechtsradikalen, die im verbotenen "Freien Netz Süd" organisiert waren. (Seite 28)
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