27-Jähriger muss ein Jahr hinter Gitter - Straftaten, die zwangsläufig zur Aufdeckung führen ...
Keine Gnade mehr für jungen Betrüger

Lokales
Schwandorf
21.04.2015
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Der Mann ist ein Betrüger und Dieb. Er bestreitet mit Straftaten seinen Lebensunterhalt und weiß dabei sehr genau, dass die meisten seiner illegalen Versuche, sich Vorteile zu verschaffen, zwangsläufig auffallen müssen. Nun wandert der 27-Jährige für zwölf Monate hinter Gitter und hat zu befürchten, dass weitere Gerichtsverfahren folgen.

Vor der Schwandorfer Amtsrichterin Petra Froschauer erhob sich die Frage: Wie kommt der junge Nittenauer dazu, nahezu regelmäßig andere Leute zu prellen? Was er tut, ist keineswegs geschickt. Ganz im Gegenteil: Seine Zahlungsunfähigkeit stellt sich meist schon nach kurzer Zeit heraus. Er bestellt über Computer ganze Serien von Waren bei ein und derselben Firma, begeht Einmietbetrügereien, holt Leihwagen zum "Nulltarif".

Was nun vor der Richterin Froschauer zur Debatte stand, entpuppte sich als eine erneute Ansammlung von Vergehen. Gleichwohl aber war das - wie man vernehmen konnte - abermals nur eine Art Durchgangsstation. Denn als zwei Nittenauer Polizeibeamte auftauchten, wurde offenkundig: Auf ihrer Dienststelle liegen weitere Anzeigen vor. Zum Beispiel wegen Internetbetrugs, falscher Verdächtigung und Unterhaltspflichtverletzung.

Das merkte keiner

Petra Froschauer nahm das zur Kenntnis und wandte sich den aktuellen Anklagepunkten zu. In einem Nittenauer Fahrzeug-Haus hatte der 27-Jährige zwei Autos zu einem höheren fünfstelligen Betrag bestellt und bis zur Auslieferung nach einem Leihwagen verlangt. Als man ihm den Leih-Pkw nicht gab, tauchte der Mann bei einem anderen Unternehmen aus der gleichen Branche auf, wollte dort ebenfalls ein Fahrzeug auf Leihbasis haben und bekam es auch.

Er selbst besaß keinen Führerschein. Deshalb brachte der Mann seine Lebensgefährtin mit. Sie saß nun ebenfalls auf der Anklagebank und wurde freigesprochen. Denn während des vierstündigen Prozesses wurde deutlich: Sie glaubte ihrem Freund alles. Auch die Behauptung, dass eine Tante großzügig mit Geld aushelfen und alles bezahlen werde. Nach einer Haftentlassung war der Nittenauer kurzzeitig in einem Baumarkt beschäftigt. Dort begann er zu stehlen. Das aber merkte keiner.

Noch offene Bewährungen

Als dann zwei Nittenauer Polizeibeamte mit Durchsuchungsbeschluss in einer Wohnung nachschauten und eigentlich zwei Handys finden wollten, stießen sie auf ein kleines Warenlager. "Es lag in einer großen Kiste", berichtete einer der Ordnungshüter. Ergebnis: Alles im Baumarkt geklaut, noch mit Sicherungsetiketten versehen und über die Warenannahme unbemerkt hinausgebracht.

Im Zuhörerraum saßen zwei Fahnder aus Oberbayern. Sie hatten den 27-Jährigen nach Schwandorf gebracht. Den Grund dafür bekam die Richterin aus den Akten geliefert: Nach einem Einmietbetrug im Raum Ingolstadt war gegen den Nittenauer ein Haftbefehl ergangen und vor wenigen Wochen vollzogen worden. Ziemlich viel auf einmal. Kam hinzu: Zwei Bewährungen standen noch offen.

"Es reicht"

14 Monate "ohne" beantragte Staatsanwältin Daniela Spieß. Sechs bis acht Monate seien genug, konterte Vereidiger Bruno Wagner und fügte hinzu, dass man seinem Mandanten unter gewissen Auflagen sicher noch einmal Bewährung geben könne.

Richterin Froschauer sah das anders: "Es reicht", befand sie, schickte den 27-Jährigen für ein Jahr hinter Gitter und bezog in ihre Entscheidung eine der noch offenen Bewährungsstrafen mit ein. Bei diesen zwölf Monaten dürfte es nicht bleiben. Denn sicher ist: Es wird weitere Prozesse und neue Verurteilungen geben.
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