34-Jähriger muss wegen Diebstahls knapp zwei Jahre hinter Gitter - Vorstrafen werden zum ...
"Unverbesserliche Rechtsbrecher"

Lokales
Schwandorf
07.11.2015
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Sie gingen in Schwandorf auf Diebestour und machten Beute in zwei Läden der Innenstadt. Dann kam die Polizei. Jetzt saßen die beiden Männer vor dem Landgericht und baten händeringend, man möge sie nicht schon wieder einsperren. Doch das war angesichts langer Vorstrafenregister unvermeidbar.

Es war ein Beutezug, der sich eher bescheiden ausnahm. Erst kam in einem Bekleidungshaus eine Jogginghose weg, dann musste ein Telefonanbieterladen drei Handytaschen auf die Verlustliste setzen. Allerdings nur vorübergehend. Denn noch als sich der 34-jährige Schwandorfer und sein aus Cham angereister Freund (50) in der Innenstadt aufhielten, kam eine Funkstreifenbesatzung und nahm sie fest. Kein besonders aufregender Fall. Doch als dann die Schwandorfer Richterin Petra Froschauer vor ein paar Monaten in den Akten blätterte, fiel ihr sofort auf: Der Mann aus Schwandorf brachte zwölf Vorstrafen mit, sein Kumpel aus dem Bayerwald hatte 22 Einträge. Besonders er musste sich jetzt in einer Berufungsverhandlung vor dem Amberger Landgericht den Vorwurf von Staatsanwalt Tobias Kinzler gefallen lassen: "Sie verstoßen seit drei Jahrzehnten regelmäßig gegen Gesetze."

Zwei Bewährungsstrafen

Vor dem Amtsgericht hatte es drei beziehungsweise vier Monate ohne Bewährung gegeben. Nun bezogen die beiden Anwälte Position für ihre Mandanten. Für den Mann aus Cham wurde positiv in die Waagschale geworfen, dass er nun nach langen Jahren der Arbeitslosigkeit eine Praktikumsstelle habe. Da sollte man ihm doch eine weitere Chance geben.

"Versauen Sie mir mein Leben nicht", bat der 34-Jährige aus Schwandorf händeringend. Er will endlich los vom Drogenkonsum kommen, ist zu seiner Mutter gezogen, hat therapeutische Hilfe gesucht. Und jetzt wieder ins Gefängnis? Der Hintergrund: Bei ihm standen zwei Bewährungsstrafen offen. Damit drohten nahezu zwei Jahre Haft. "Ein kranker Mann. Er gehört nicht hinter Gitter", ließ sein Verteidiger anklingen. "Was soll man hier noch machen?", fragte Staatsanwalt Kinzler und nannte beide Angeklagte "unverbesserliche Rechtsbrecher." Chance um Chance hätten sie bekommen. "Jetzt erneut Bewährung?" Der Anklagevertreter verneinte mit Nachdruck. Das tat auch die 3. Strafkammer unter Vorsitz von Gerd Dreßler.

Für fast zwei Jahre in Haft

Die Richter machten sich ihre Entscheidung nicht leicht und berieten lange. Die Berufungen der beiden Angeklagten wurden verworfen, ihre langen Vorstrafenlisten ließen nichts anderes zu. Das bedeutet für den 34-jährigen Schwandorfer: Er muss für nahezu zwei Jahre in Haft. Ohne die Möglichkeit, vorzeitig entlassen zu werden. Denn das ist bei Mehrfachtätern nicht üblich.
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