80 Prozent eigener Strom

Das neue Blockheizkraftwerk ist bereits aufgestellt. In dem grauen Kasten befindet sich ein Motor, der mit Klärgas betrieben wird und so über einen Generator Strom und Wärme erzeugt. Bild: Hösamer
Lokales
Schwandorf
21.10.2015
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Etwa 76 Prozent ihres Energieverbrauchs erzeugt die Verbandskläranlage selbst. Mit einem neuen Blockheizkraftwerk soll die 80-Prozent-Marke geknackt werden. Rechtzeitig zum Jubiläum der Anlage.

2016 sind es 20 Jahre, dass die Kommunen Wackersdorf und Schwandorf beschlossen, ihre Abwasserentsorgung gemeinsam zu betreiben. Die Geburtswehen samt Debatten über die anzuwendende Technik sind lange vergessen. Am 19. August 1996 startete der Probebetrieb. Heute darf die Verbandskläranlage im Süden der Stadt, in der mittlerweile auch das Abwasser aus Steinberg am See geklärt wird, als Vorzeigemodell gelten. Die Steinberger wurden nicht Mitglied im Zweckverband; sie leiten ihr Abwasser über Wackersdorfer ab.

Mit vielen Ideen und Investitionen ist es über die Jahre gelungen, einerseits den Energieverbrauch - einer der wichtigsten Kostenfaktoren - erheblich zu senken, andererseits benötigte Wärme und Strom selbst zu erzeugen. Auf dem Dach des Technikgebäudes liefert eine Photovoltaikanlage Strom, das Klärgas aus den Faultürmen wird in Blockheizkraftwerken (BHKW) zu elektrischer Energie und Wärme. Ein neues, noch leistungsfähigeres BHKW soll die Energie-Eigenerzeugung über die 80-Prozent-Marke heben. Der technische Leiter der Kläranlage, Robert Merkl, berichtete am Dienstag der Verbandsversammlung, dass der Einbau an der 400 000-Euro-Investition planmäßig laufen. 150 000 Euro wurden bislang als erste Rate bezahlt. Den Rest gibt's, wenn das BHKW läuft. Über das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz erwarten sich Geschäftsleiterin Marion Steffl und Verbandsvorsitzender Oberbürgermeister Andreas Feller Zuschüsse in Höhe von über 160 000 Euro für das BHKW.

Wie die Abwasserreinigung funktioniert und welche Maßnahmen zur Energieeinsparung ergriffen wurden, darüber kann sich die Öffentlichkeit im kommenden Jahr bei einem "Tag der offenen Tür" informieren, wenn am 25. September das 20-jährige Bestehen gefeiert wird. Die Verbandsversammlung gab für das Jubiläum ein Budget von 10 000 Euro frei. Damit wird auch neues, aktuelle Informationsmaterial finanziert.

In nichtöffentlicher Sitzung vergab die Verbandsversammlung die Klärschlammentsorgung für das kommende Jahr. Auch wenn der Zweckverband thermische Klärschlammverwertung gegründet ist - bis zum Betrieb wird es noch dauern.
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