A-Capella und Barockmusik

Der Oratorienchor nahm die Zuhörer mit auf eine Reise durch fünf Jahrhunderte Musikgeschichte. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
23.11.2015
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Es war eine Reise durch fünf Jahrhunderte der Musikgeschichte, die der Oratorienchor Schwandorf am Sonntag in der Stadtpfarrkirche St. Jakob unternahm. Die Zuhörer belohnten den Auftritt von Chor und Orchester mit stehenden Ovationen.

Chorleiter Wolfgang Kraus eröffnete die Veranstaltung mit Orgelfugen von Johann Sebastian Bach und Domenico Scarlatti. Es folgten Marienmotetten von Giovanni Perluigi da Palestrina, einem Vertreter der Renaissance, von Josef Gabriel Rheinberger (1839 - 1901) und Meistern des frühen 20.Jahrhunderts, Max Reger und Sergei Rachmaninow. Der Chor erwies sich homogen im Klang und stets aufmerksam. Es reichten kleinste Gesten des Dirigenten, um die 36 Chormitglieder zum Crescend o zu führen.

Auch leise Töne

Die Sänger stellten eindrucksvoll unter Beweis, dass sie auch die leisen Töne beherrschen. Klangschön bis hinein ins feinste Pianissimo. Der A-Capella-Gesang stellt bekanntlich die größten Anforderungen an einen Chor, weil die Unterstützung durch ein Orchester fehlt. Der Oratorienchor meisterte Motetten wie das siebenstimmige "Ave Maria" von Anton Bruckner oder das sechsstimmige "Unser lieben Frauen Traum" von Max Reger mit Bravour.

Der zweite Teil des Konzerts war der Barockmusik gewidmet . Antonio Vivaldis "Magnificat" in g-Moll war der Höhepunkt. Hier zeigte der Veranstalter, die Konrad-Max-Kunz-Fördervereinigung, welche Saat aufgehen kann, wenn über Jahre hinweg konsequente musikalische Bildung betrieben wird. Das Instrumentalensemble, das den Chor begleitete, bestand ausnahmslos aus ehemaligen Schülern der Musikakademie Schwandorf.

Alle Eigengewächse

Leonie Schönthaler und Caroline Sax an der Violine, Nadine Graf an der Bratsche, Hannah von Glasow am Cello, Severin Huf an der Orgel sowie Johann Häusler und Boris Velikouski auf der Oboe meisterten den Orchesterpart hervorragend. Sicher in Intonation und Rhythmik entstand der Eindruck, als wäre hier ein viel größeres Orchester am Werk. Aber auch die Gesangssolisten, ebenfalls alles Eigengewächse aus dem Chor, wussten zu überzeugen. Monika Leitner und Andrea Fritsch mit glockenhellem Sopran, Christina Fink-Rester mit warmem, klangschönem Mezzo und Heribert Krotter mit kernigem Bass zeigten, was Schwandorf musikalisch zu bieten hat. Stehende Ovationen der rund 200 Zuhörer, darunter auch Landrat Thomas Ebeling und die drei Bürgermeister der Stadt, waren der verdiente Lohn für eine gelungene Gemeinschaftsleitung.
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