Abriss kann teuer werden

Die "Beer-Häuser" an der Fronberger Straße und der Spitalstraße sind so marode, dass Einsturzgefahr besteht. Der Bauausschuss gab am Dienstag nun 220.000 Euro für den Abriss frei. Bild: Hösamer
Lokales
Schwandorf
09.07.2015
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Der Schandfleck muss weg, darin ist sich der Bauausschuss einig. Aber 220.000 Euro für den Abriss der "Beer-Häuser"? Das Gremium atmete am Dienstag tief durch, genehmigte die Ausgaben und setzt darauf, dass es günstiger wird.

80.000 Euro hat die Stadt für den Kauf der maroden "Beer-Häuser" ausgegeben und auch darauf gesetzt, dass ein Investor den Abriss mit übernimmt und ein Konzept aus dem Jahr 2011 verwirklicht, das kleine Häuser vorgesehen hätte. Der Investorenwettbewerb wurde schließlich gekippt. Sturm, Regen und auch ein Brand im Inneren haben die Häuser mittlerweile dermaßen in Mitleidenschaft gezogen, dass größere Sicherungsmaßnahmen notwendig wurden. Schon in der Haushaltssitzung hatte der Stadtrat gefordert, den Abriss der Häuser ins Auge zu fassen, wenn Mittel frei werden.

Mehr Gewerbesteuer

Die gibt's nun offensichtlich in Form von Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer, wie Barbara Hellerbrand vom Hochbauamt darlegte. Sie geht bei den Gebäuden von Einsturzgefahr aus, herabfallende Teile haben bereits Fahrzeuge beschädigt. 220.000 Euro, so die Schätzung der Verwaltung, wird der Abbruch kosten. Im schlimmsten Fall: Darin eingerechnet sind Stützmaßnahmen zur Straße und zu den verbleibenden Gebäuden hin. Ob diese nötig sind, muss sich zeigen. Alfred Braun (SPD) zeigte sich von den Mehreinnahmen überrascht: "Vor der Haushaltssitzung habe ich noch gemeint, ich muss mit der Sammelbüchse über den Marktplatz". Der Abriss müsse aber sein.

Dr. Jochen Glamsch (UW) schlug vor, die Gebäude zum symbolischen Preis von 1 Euro zu verkaufen: "Dann haben wir nur 79.999 Euro Verlust gemacht". 300.000 Euro ließen sich nur schwer refinanzieren, meinte er. Marion Juniec-Möller widersprach: Es sei wichtig, dass die Stadt im Besitz der Flächen bleibe und die Gestaltung mit bestimme. Außerdem, fügte sie an, könnte sich die Stadt bei einem Verkauf das nächste Leerstands-Problem einhandeln. In diese Kerbe hieb auch Franz Radlinger (CSU): "Wir können nicht über andere Schandflecke jammern und selbst nichts tun".

Die Ausgaben für das Grundstück seien wohl kaum zu refinanzieren, sagte er an Glamsch gewandt. Aber auch die CSU plädiere für den Abriss. Wie schon vor Jahren, wie Radlinger in Erinnerung rief. Außerdem: Wenn auch der Fläche zumindest übergangsweise Parkplätze entstehen könnten, würde das auch der Innenstadt nutzen. Ob die Parkplätze kommen, ist bislang allerdings noch nicht entschieden.

"Der schlechteste Fall"

Die entsprechende Entscheidung, die 220.000 Euro als außerplanmäßige Ausgabe zu finanzieren, fiel schließlich einstimmig. Nun müssen weitere Untersuchungen ergeben, welche Maßnahmen letztlich notwendig werden. "Die 200 000 Euro sind der schlechteste Fall", sagte Oberbürgermeister Andreas Feller.
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