Alle Kosten auf dem Prüfstand

Vorstand Maximilian Zepf (rechts) und Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Köhler (links) zogen für die Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau eine positive Bilanz. Die Aufsichtsratsmitglieder Claudia Donhauser (Zweite von links) und Leopold Graf von Drechsel (Zweiter von rechts) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
24.06.2015
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Das Jahr 2014 bescherte noch einmal kräftige Zuwächse. Auch die Bilanzsumme stieg. Im Ausblick stehen bei der Raiffeisenbank jedoch strukturelle Maßnahmen im Fokus, bei denen es kein Tabu geben wird.

Der Vorstand der Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau leitet einen Strukturwandel ein. "Wir werden sämtliche Geschäftsbereiche auf den Prüfstand stellen", kündigte Direktor Maximilian Zepf bei der Vertreterversammlung am Montag in der Spitalkirche an. Mit einem "strikten Kostenmanagement" will er die Zukunft der Genossenschaftsbank sichern.

Niedrige Zinsen

Für 2014 kann das Unternehmen noch einmal kräftige Zuwächse bei den Kundeneinlagen (plus 4,2 Prozent), im Kreditgeschäft (plus 6,3 Prozent) und bei der Eigenkapitalbildung (plus 10 Prozent) melden. Die Bilanzsumme stieg um 7,6 Prozent auf 507 Millionen Euro.

"Die guten Zahlen stammen allerdings aus einer Zeit, in der die Welt noch in Ordnung war", betonte Vorstandsmitglied Maximilian Zepf. Er rechnet in den nächsten vier Jahren mit einer "Halbierung der Ergebnisse". Als Grund nennt er die anhaltende Niedrigzinsphase, die das Ersparte "dahinschmelzen" lasse und "die Spirale des bürokratischen Wahnsinns", ausgelöst von den politischen Entscheidungsträgern und der Europäischen Zentralbank. Die Raiffeisen- und Genossenschaftsbanken, die sich in der Krise als Stabilitätsanker erwiesen hätten, müssten für das Versagen der finanzmarktgetriebenen Großbanken büßen und in den Abwicklungsfonds für marode Unternehmen einzahlen, ohne jemals davon profitieren zu können.

Effiziente Abläufe

Direktor Maximilian Zepf sieht das Erfolgsmodell der Genossenschaftsbanken, das sich an der Realwirtschaft ausrichte, von der "politischen Regulierungswut" bedroht. Anzahl und Umfang der regulatorischen Vorhaben seien "eine konkrete Belastung für die Bank" und würden deren Leistungsfähigkeit drosseln. Die beiden Vorstände Maximilian Zepf (Schwandorf) und Manfred Mehrl (Nittenau) reagieren auf diese Entwicklung mit "einem Kostenmanagement, bei dem es kein Tabu gibt". Mit einer "Anpassung der Vertriebsstrukturen und effizienten Abläufen" wollen sie die Kosten für die zwölf Geschäftsstellen in den Griff bekommen. Damit auch noch Spielraum für Investitionen bleibt. In den Bau der neuen Geschäftsstelle in Neunburg vorm Wald, der im April 2016 fertig sein soll, investiert das Unternehmen zwei Millionen Euro.

Drei Prozent Dividende

"Unserer Bank geht es gut", versicherte Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Köhler. Er verwies damit auf das Ergebnis der Prüfer, die der Bank "eine erfreuliche Kreditnachfrage, ein ausgewogenes Verhältnis von Kredit und Einlagen und eine vertretbare Risikobereitschaft" bescheinigten. Die Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau hat 11 145 Mitglieder mit 68 000 Geschäftsanteilen, beschäftigt 122 Mitarbeiter, zahlte im vergangenen 1,4 Millionen Euro an Steuern und schüttete 80 000 Euro als sozialen Zweckertrag aus.

Mit 48:2 Stimmen billigte die Vertreterversammlung den Vorschlag des Vorstandes, für die Geschäftsanteile eine dreiprozentige Dividende auszuzahlen. Insgesamt sind dies 205 000 Euro. Mit dem Rest des Überschusses von 1,16 Millionen Euro sollen Rücklagen gebildet werden. Die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Claudia Donhauser und Leopold Graf von Drechsel wurden in ihren Ämtern bestätigt.
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