Am Freitag jährt sich der Bombenangriff vom 17. April 1945 zum 70. Mal - Gedenkveranstaltungen ...
Schrecklicher Einschnitt in der Stadtgeschichte

Lokales
Schwandorf
13.04.2015
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(ch/nt) Vor dem 17. April 1945 zählte Schwandorf 1361 Gebäude mit 2758 Wohnungen. Durch den Bombenangriff, der sich am Freitag zum 70. Mal jährt, wurden 971 Gebäude (70 Prozent) in Mitleidenschaft gezogen. Die Bombardierung der Stadt forderte mindestens 1250 Menschenleben, neben Einheimischen auch viele Flüchtlinge und Soldaten. Wie viele genau, weiß niemand. "Der Tod hatte eine schreckliche Ernte gemacht," schrieb der damalige Stadtpfarrer Alois Wild 1950. "Ganze Familien existierten nicht mehr. Von vielen Leichen fanden wir nur noch Trümmer". Die Stadt gedenkt des Jahrestags des Angriffs mit einer Reihe von Veranstaltungen.

Für Schulklassen

Neben den verheerenden Auswirkungen des Bombardements wird auch die Zeit des Wiederaufbaues nach Kriegsende beleuchtet. Diesem Thema widmet sich speziell eine Ausstellung im Stadtmuseum, die noch bis 14. Juni zu sehen ist und eine Ausstellung des Stadtarchivs (Eröffnung am 16. April, 19.30 Uhr im Rathaus). Für Schulklassen werden in der Stadtbibliothek am 14. und 15. April zwei Filmbeiträge mit Zeitzeugenberichten gezeigt.

Die zentrale ökumenische Gedenkstunde mit Kranzniederlegungen findet am Vorabend des Gedenktags, am 16. April um 18 Uhr am zentralen Ehrenmal in der Fichtlanlage statt. Eine Eucharistiefeier zum Gedenken an die Opfer der Bombennacht beginnt am 17. April um 8 Uhr in der Kreuzbergkirche. Der Vorgängerbau wurde am 17. April 1945 vollende zerstört, nur das Gnadenbild überstand den Angriff.

Am gleichen Tag erinnert der pensionierte Studiendirektor Erich Zweck ab 16 Uhr in einem Vortrag im Kulturkeller an der Fronberger Straße an die Auswirkungen des Bombenangriffs. Dabei werden auch Bilder aus der Zeit vor und nach der Bombardierung gezeigt.

Durch die Bunker

Anschließend um 16.45 Uhr führt Hans Werner Robold durch die als Luftschutzbunker genutzten Bereiche des Felsenkeller-Labyrinths. Er wird dabei schildern, unter welch schlimmen Umständen mehrere tausend Menschen Schutz vor den Bomben gesucht hatten und lange in den Kellern ausharrten. Für beide Veranstaltungen ist eine Anmeldung unter Telefon 09431/45-550 erwünscht.

Den Abschluss der Veranstaltungen macht am 18. April um 18.30 Uhr Prof. Dr. Dietmar Süß (Universität Augsburg) mit einem Vortrag über die Geschichte des Luftkrieges in Deutschland. Für alle Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Alle weiteren Einzelheiten gibt es auf den Internetseiten der Stadt Schwandorf unter www.schwandorf.de
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