Amnesty-Kreisgruppe verweist auf schlimme Situation - Internationaler Tag zur Unterstützung der ...
Mit Unterschriften gegen Folter

Lokales
Schwandorf
25.06.2015
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Elektroschocks, Schläge, Vergewaltigung, Scheinhinrichtungen: Die Palette der weltweit praktizierten Foltermethoden ist groß. Trotz Antifolterkonvention der Vereinten Nationen werden Menschen diesen Prozeduren unterzogen, zumeist von staatlichen Organen, aber auch von nichtstaatlichen Gruppen. Zum "Internationalen Tag zur Unterstützung der Folteropfer", der am 26. Juni im Fokus steht, will die Kreisgruppe von Amnesty International auf das Schicksal der zahllosen, unschuldig Verfolgten aufmerksam machen.

Bei der Sitzung der AI-Kreisgruppe wurde darauf verwiesen, dass Folter niemals gerechtfertigt sei. Sie vergifte das rechtsstaatliche Prinzip und lähme die Gesellschaft. Die Welt habe 1948 mit der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auf eine Besserung gehofft. Die Antifolterkonvention von 1984 habe formal und juristisch einen weiteren Fortschritt bedeutet mit rechtlichen Regeln und der Verfolgung von Tätern über Landesgrenzen hinweg. Mittlerweile seien 155 Länder Vertragsstaaten der UN-Konvention.

Und wie sieht es heute aus? Die Bilanz, die Amnesty zieht, ist ernüchternd. In den vergangenen fünf Jahren hat die Menschenrechtsorganisation Folter und andere Formen der Misshandlung in 141 Ländern dokumentiert.

"Folter ist in vielen Ländern Teil des Alltags. Und dennoch gibt es zahlreiche Aktivisten, die vor Ort Leben und Gesundheit riskieren, um die Zustände anzuprangern und den Geschundenen so gut es geht zu helfen", sagt Barbara Beck, Leiterin der Kreisgruppe vom Amnesty. Erstaunliches förderte der Blick auf die Bürger zutage, als Amnesty Umfragen in vielen Ländern startete. Spitzenreiter bei der Befürwortung von Anti-Folter-Gesetzen ist Griechenland. 80 Prozent der Bevölkerung votierte dafür, gefolgt von Australien (76 Prozent), Kanada (74 Prozent) und Deutschland (72 Prozent). In China vertreten 33 Prozent diese Meinung, in Mexiko sind es 27 Prozent. Die Angst vor Folter im Falle einer Festnahme ist in Brasilien und Mexiko am größten, in Großbritannien, Kanada und Australien am niedrigsten.

Auch die AI-Kreisgruppe Schwandorf beteiligt sich immer wieder an Petitionen für inhaftierte und gefolterte, gewaltlose Gefangene. So wird für Muhammad Bekzhanov aus Usbekistan gekämpft. Der Journalist sitzt seit 16 Jahren im Gefängnis, er wurde immer wieder gefoltert, um "Geständnisse" zu erlangen. Die Unterschriften auf Listen oder die Petitionsbriefe (Briefe gegen das Vergessen) sind Möglichkeiten, um Gewalt zu verhindern oder zu lindern.

Und Amnesty kann durchaus auf Erfolge verweisen. So kam jüngst Moses Akatugba in Nigeria frei, der als 16-Jähriger 2005 festgenommen und gefoltert wurde. Er gab schließlich unter dem Eindruck der Torturen die Teilnahme an einem Raubüberfall zu. 2013 wurde er zum Tode verurteilt.

Die weltweiten Aktionen mit Petitionsunterschriften und Briefe auch aus dem Landkreis Schwandorf führten nun zur Freilassung Akatugbas, Petitionen gegen die Folter und andere Menschenrechtsverletzungen sind unter www.amnesty.de eingestellt.
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