Angeklagt: Der Mensch

Tiere sitzen zu Gericht über den Menschen. In dieser Szene beklagen sich Zandermutter und -kind. Bild: tie
Lokales
Schwandorf
22.06.2015
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Die Theatergruppe des Carl-Friedrich-Gauß- Gymnasiums (CFG-Gymnasium) spielte "Das Gericht der Tiere". Sie zeigte, was wäre, wenn es anders herum ginge.

Eine gute Wahl traf die Theatergruppe, als sie das Stück "Das Gericht der Tiere" nach einer Spielidee von Helen Gori zur Aufführung brachte. Es ist in jedem Fall sehenswert, das Verhältnis von Mensch und Tier einmal von der anderen Warte aus vorgeführt zu bekommen, noch dazu, wenn die jungen Darstellerinnen sich so engagiert und schwungvoll in ihren Rollen ausleben. Lediglich das Technik-Team bestand aus den drei angehenden Männern Timo Wellnhofer 8b, Lucas Kosz 9c und Lukas Rückerl 10b.

Jedenfalls war der Theaterraum gut mit Publikum versehen, als die Vorführung begann. Zu den Einleitungstakten von "Also sprach Zarathustra" von Richard Strauss wurde der Vers 27 aus 1. Mose 1 zitiert: "Und Gott schuf den Menschen..." Und was ist daraus geworden? Der Vorhang ging auf und gab den Blick frei auf das Gericht. Links der Mensch als Angeklagter (Christina Weich 5b) und seine Verteidigerin (Rebecca Walzer 6g), die als Katze auftrat. Die beste Wahl, die man sich vorstellen kann! Rechts der Staatsanwalt (Pauline Hauser 5b), sehr gut gewählt als Fuchs.

In der Mitte, auf sehr erhöhtem Platz, der Richter (Zoe Ebner 6g) als Löwe. Auch eine passende Wahl in der Vorstellung der Menschen. Dass der Gerichtsdiener (Stella Glaser 5a) als Schwein auftrat, soll hier nicht weiter kommentiert werden. Wie Tiere wählen würden, ist bekanntlich deren Geheimnis. Jedenfalls konterte der Staatsanwalt auf die Bibelworte, man solle nicht vergessen, "der Mensch ist ein geborener Affe". Dann trat eine Reihe von Zeugen auf, die alle möglichen Schandtaten des Menschen bekundeten.

Der Igel (Hana Bockes 5b), die Maus (Saskia Horsch 6c), die Schwalben (Johanna Weich 7a, sowie Mirjam Maibom 5c), der Hase (Danika Xhemaili 5a), Zandermutter und -kind (Angelina Schneider 7b und Emely Morarescu 5c), sie alle beklagten sich über das Verhalten des Menschen ihnen gegenüber, weil sie ja nur "Sachen" seien, denen höchstens einmal eine "Schonzeit" zugeteilt werden dürfe. Das Wortgefecht zwischen Staatsanwalt und Verteidigerin wird oft vom Richter gedämpft, aber selbst der Sachverständige (Luna-Marie Keck 5b), der passenderweise als Eule oben auf einer Fensterumfassung sitzt und alles überblickt, kann die Wogen nicht immer glätten.

Selbst zum Tod verurteilt

Der Hund (Elea Trommer 5c) steht sogar aufseiten des Menschen, weil dieser für ihn Steuern zahlt. Zwar wird der Mensch schuldig gesprochen, im Urteil wird jedoch festgestellt, dass sich der Mensch vielleicht schon selbst zum Tod verurteilt hat, wenn er die Bedürfnisse der Natur weiterhin so missachtet wie bisher. Insgesamt ein nicht allzu langes aber dennoch sehr gelungenes Theaterstück mit vielen zum Nachdenken anregenden Erkenntnissen.

Zum Erfolg verhalfen auch die Kostüme, welche die Kreativwerkstatt entworfen hatte, und die Schminke, die Elena Böckl und Teresa Schneider (8b), ferner Susanne Suttner (10d), Denise Ehrenreich und Leah Domscheit (Q12) aufgetragen hatten. Schließlich ist den drei Lehrkräften Gisela Eichenseer, Matthias Haberl und Andrea Hermann zu danken, die das Stück so wirkungsvoll inszeniert haben.
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