Ariana Burstein und Roberto Legnani präsentieren seltenes Programm
Spanische Klänge nehmen Spitalkirche ein

Lokales
Schwandorf
07.03.2008
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Ein Programm ausschließlich mit spanischer Musik anzubieten, ist selten, und es gebührt den beiden Solisten des Abends Anerkennung dafür, dass sie damit eine Tournee durch Deutschland veranstalten. Darüber hinaus stellt man überrascht fest, dass man viele der gespielten Melodien schon kennt und sie gerne wieder hört, noch dazu in einer so wachen und engagierten Interpretation.

Gleich das erste Stück, "Villanas" von Gaspar Sanz ist so ein Ohrwurm, um dessen Titel man sich nie gekümmert hat. Die nachfolgenden Melodien sind nicht so bekannt, aber genauso schön.

Dass es sich bei diesen kleinen Werken vielfach um Volksmusik handelt, erkennt man daran, dass sie oft ohne den Namen des Komponisten überliefert sind. So das "Hohelied", die "Spanischen Gesänge" und die "Populären andalusischen Tänze". Aber gerade populäre Musik ist ja von besonders eingängigen Melodien geprägt. Immer spielt Melancholie mit, meist in elegischem Tempo, aber selbst bei rascher Gestaltung mit viel Sentiment. Und wenn es um eine Provinzlerin ("Farruca") geht, handelt es sich erneut um eine weltbekannte Tonfolge, die aber weder mit dem Titel noch mit einem Komponisten verbunden wird.
Nach der Pause vier Nummern aus der "Suite española" von Isaac Albeniz. Eigentlich für Klavier geschrieben, ist das Werk längst von der Gitarre vereinnahmt worden. Jedoch auch die Version für Violoncello und Gitarre wirkt so, als sei sie für diese Besetzung geschrieben. Dominiert die Gitarre, begleitet das Cello zupfend, dafür singt das Saiteninstrument dort, wo der Ton des Klaviers erlahmt und die Gitarre dünn klingt, umso schöner. Besonders auffällig geschah das im Mittelteil von "Asturias".

Enrique Granados durfte natürlich im Programm nicht fehlen, seine "Danza española" ist ein Weltevergreen. Aber die große Überraschung kam erst noch. Die "Zigeunerweisen" op 20 von Pablo de Sarasate sind eigentlich ein hochvirtuoses Paradestück für Geiger. Ariana Bursteins Cello erklang auch in der Tiefe so, dass die Dramatik der "Aires gitanos" voll zur Geltung kamen, während Roberto Legnani einfühsam und rhythmisch packend auf seiner Gitarre begleitete.

Nach zwei Zugaben und im Bewusstsein, einen Abend mit schöner Musik verbracht zu haben, ging man wieder in die kalte Nacht hinaus.
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