Asklepios-Kliniken starten Pilotprojekt - Gelenkersatz in Lindenlohe im Fokus
Bei einer OP nichts dem Zufall überlassen

Professor Dr. Christoph Herborn, medizinischer Direktor der Asklepios-Kliniken, stellte das Konzept vor; im Hintergrund sind Klinikärzte von Lindenlohe im OP-Saal zu sehen. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
26.11.2015
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Die Asklepios-Klinik Lindenlohe will die Abläufe von der Patientenaufnahme bis zur Entlassung optimieren und standardisieren und hat dazu ein Pilotprojekt gestartet, von dem später auch die übrigen Standorte des Krankenhausträgers profitieren sollen. Thema: "In 70 Schritten zu mehr Qualität und Patientensicherheit".

Bei der Vorstellung des Konzepts sprach Geschäftsführer Marco Woedl gar von einer "Revolution". Eine Checkliste führe die Mitarbeiter durch die Prozesse, trage zu mehr Sicherheit der Patienten bei, erhöhe die Wirtschaftlichkeit und erleichtere dem Medizinernachwuchs die Einarbeitung.

Spezialisiert auf Gelenke

"Wir wollen konzernweite Standards herstellen und ständig unsere Erfahrungen austauschen", betonte Dr. Christoph Herborn. Der medizinische Direktor der Asklepios-Kliniken will die Dokumentationen bis Mitte nächsten Jahres bündeln. Am Standort Lindau laufe das Projekt "Wirbelsäuleneingriffe", in Bad Tölz gehe es um "Darmoperationen" und in Lindenlohe um den Gelenkersatz. 600 künstliche Knie-, 500 Hüft- und 100-Schultergelenke im Jahr: Die Asklepios-Orthopädische-Klinik Lindenlohe hat sich zu einem Endoprothesenzentrum entwickelt. Ärztlicher Direktor Dr. Heiko Graichen schaltete am Dienstag "live" in den Operationssaal und kommunizierte mit einem Kollegen-Team, das gerade ein künstliches Kniegelenk einsetzte. Eine Computerstimme kündigte jeweils den nächsten Schritt an. Der Operateur kann allerdings auch Abweichen vom Schema und auf unvorhergesehene Probleme individuell reagieren.

Das Beste bieten

"Bei diesem Projekt versuchen wir, die Standards zu optimieren und zu systematisieren", erläuterte Dr. Heiko Graichen. Das beginne bei der Diagnose, setze sich im OP fort und beinhalte auch die Nachsorge. Konzerngeschäftsführer Dr. Andreas Hartung brachte es auf den Punkt: "Wir wollen unseren Patienten die bestmögliche medizinische Qualität und Sicherheit bieten und dabei gleichzeitig einen noch höheren Servicestand erreichen". Man wolle nichts zum Zufall überlassen.

Bei diesem Pilotprojekt lässt sich der Asklepios-Konzern von einer Prozesswerkstatt aus Leipzig beraten, deren Computerprogramm den Weg des Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung strukturieren und digitalisieren soll.
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