Asylberatung unter Kreis-Regie

Lokales
Schwandorf
28.10.2015
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Die Sozialberatung für Asylbewerber soll künftig nicht mehr nur in der Hand der Wohlfahrtsverbände sondern auch in kommunaler Verantwortung liegen. Das Bayerische Sozialministerium hat dafür sieben Modellkommunen im Freistaat ausgewählt. Eine davon ist der Landkreis Schwandorf.

Bislang beteiligt sich der Kreis an den Kosten für die Asylsozialberatung. Nun wird er verstärkt selber tätig werden. Der Bayerische Landkreistag hat den Kreis als künftigen Träger vorgeschlagen, und Ende September kam Post aus München: Der Landkreis kommt zum Zug und wurde als Modellkommune für die Asylsozialberatung ausgewählt. Darüber informierte Landrat Thomas Ebeling die Mitglieder des Kreisausschusses bei dessen Sitzung am Montagnachmittag.

Der Kreis wird vor allem die Beratung der dezentral untergebrachten Asylbewerber übernehmen, die in Gemeinschaftsunterkünften wohnenden Menschen wird weiterhin die Caritas betreuen. Die Beratung unter der Trägerschaft des Landkreises soll per Sprechstunden bei den Gemeinden oder in den dezentralen Wohnbereichen der Asylbewerber stattfinden.

Das Bayerische Sozialministerium fördert die Modellkommunen bei den Personalkosten. Sachkosten muss der Träger allerdings selber übernehmen. Der finanzielle Zuschuss aus München beläuft sich auf 80 Prozent der Personalkostenpauschale des Sozialministeriums. Für eine Vollzeitstelle würden laut Ebeling etwa 55 000 Euro im Jahr anfallen, die staatlich gefördert würden. Hinzu kämen Sach- und eventuelle Schulungskosten.

Wie viele Stellen nötig werden, ist noch nicht sicher. Wie der Landrat darlegte, wären derzeit für die dezentral untergebrachten Asylbewerber sechs bis sieben Vollzeitkräfte für die Beratung nötig. Die genauen Bedingungen für die Modellkommunen werden heute bei einem Gespräch im Sozialministerium in München erörtert.

Das Modellprojekt läuft spätestens am 31. Dezember 2016 aus. Wie es danach weitergeht, steht noch in den Sternen. Auf eine entsprechende Nachfrage von Karl Bley (SPD) antwortete der Kreischef, dass er zum heutigen Tag noch nicht sagen könne, ob es eine Anschlussförderung geben wird. Falls nicht, gebe es für die Arbeitskräfte aber die Möglichkeit, danach im Jugendamt oder bei der Caritas, die die Asylsozialberatung weiter anbieten werde, unterzukommen. Einstimmig ermächtigte der Kreisausschuss den Landrat schließlich, den Förderantrag zu stellen. Der Zuschuss muss bis zum 15. November beantragt sein.
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