Asylbewerber unterstützen Mitarbeiter im Elisabethenheim und im Marienheim - Anfängliche Scheu ...
Hans und Hamit lassen den Garten blühen

Gärtner Hans Stöckl (rechts) hält große Stücke auf seine Hilfskraft Hamit Bardhoci (links). OB Andres Feller schaute ihnen am Montag bei der Arbeit zu. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
31.08.2015
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Hans Stöckl (73) wohnt seit zwei Jahren im Elisabethenheim und macht sich dort nützlich. Der gelernte Gärtner kümmert sich trotz seiner Schwerbehinderung um die Außenanlagen des Seniorenwohnheimes. "Vor vier Monaten war da noch Wüste, heute ist alles grün", strahlt der Sprecher der Heimbewohner. Einen wichtigen Beitrag dazu leistete Hamit Bardhoci.

Der Asylbewerber arbeitet seit vier Wochen im Heim als Hilfskraft. Hans Stöckl war anfangs nicht begeistert von der Idee. "Heute ist es der Hamitl hinten und vorne", lacht Heimleiter Egon Gottschalk. Hans Stöckl hat den gebürtigen Albanier längst ins Herz geschlossen. Trotz der sprachlichen Barrieren.

Die beiden verstehen sich inzwischen "blind" und arbeiten eng zusammen. Sehr zur Freude von Oberbürgermeister Andreas Feller, der die beiden Gärtner am Montag bei der Arbeit beobachtete. Im Elisabethenheim sind seit einem Monat auch Amarildo Sulka und Ali Spartak beschäftigt. Sie helfen in der Küche. Die dortige Leiterin Marion Schuss kann die Asylbewerber aus Albanien ebenfalls gut gebrauchen. Zum Reinigen der Kessel und zur Essensvorbereitung.

"Die beiden sind sehr diszipliniert und achten auf Hygiene", lobt auch Egon Gottschalk den Einsatz der Flüchtlinge. Er weist ausdrücklich darauf hin: "Sie ersetzen keine Arbeitskräfte, sondern ergänzen nur unser Personal". Im Elisabethenheim und im Marienheim arbeiten derzeit zwölf Asylbewerber 20 Stunden in der Woche. Für 1,05 Euro in der Stunde, die sie zusätzlich zum regulären Barbetrag erhalten. Die Hilfskräfte kommen in der Küche, im Garten und in der Wäscherei zum Einsatz. "Wir sind sehr zufrieden", versicherte Amerildo Sulka auf Englisch. "Die Leute sind sehr nett hier". Zufrieden ist auch Ramize Sahiti, die aus dem Kosovo stammt, und in der Wäscherei arbeitet. Auch Elvira Deiner-Lorenz, Vorsitzende des Personalrats im Elisabethenheim, und Petra Thies, stellvertretende Leiterin des Marienheims, haben bisher "nur gute Erfahrungen" gemacht mit Asylbewerbern. Den Flüchtlingen komme der Einsatz ebenfalls zugute, denn: "Die jungen Leute sammeln Erfahrungen, die ihnen im späteren Arbeitsleben hilfreich sind".

Die Flüchtlinge arbeiten auf der Grundlage des Asylbewerber-Leistungsgesetzes, das staatlichen, kommunalen und gemeinnützigen Einrichtungen deren Beschäftigung während des Anerkennungsverfahrens erlaubt. Heimleiter Egon Gottschalk hatte bei der Volkshochschule nachgefragt und den dortigen Teilnehmern an Deutschkursen die Tätigkeitsfelder im Elisabethenheim vorgestellt. Sofort bekundeten zehn Bewerber ihr Interesse an einer Mitarbeit. Sechs haben mittlerweile die Arbeit aufgenommen, ebenso viele sind es im Marienheim.
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