Asylbewerbern zur Seite

Professionelle Asylsozialberatung leistet die Caritas in der Gemeinschaftsunterkunft in der Koppenlohe. In den dezentralen Quartieren baut der Landkreis auf die ehrenamtlichen Dienste, organisiert durch die "Lernende Region". Die "Sprachpaten" kommen dabei immer wieder zu den Familien und helfen ihnen durchs Leben. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
14.10.2014
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Der Landkreis gibt 40 000 Euro für professionelle Asylsozialberatung aus. Er beteiligt sich damit an den Kosten der Caritas. In dezentralen Unterkünften bleibt er aber auf ehrenamtliche Dienste angewiesen.

Die 100 teils behinderten Asylbewerber im Gemeinschaftsquartier in der Koppenlohe (Stadt Teublitz) betreut derzeit eine Halbtagskraft der Caritas. Es ist geplant, diese Unterkunft um 30 Plätze zu erweitern. Ab dem Frühjahr 2015 soll auch ein Teil der ehemaligen Bundeswehrkaserne in Neunburg vorm Wald als Wohnheim für rund 150 Asylbewerber zur Verfügung stehen. Die Caritas will sich auch darum kümmern, braucht dann aber insgesamt zwei Vollzeitkräfte.

Dadurch entstehen jährlich 87 590 Euro an Personalkosten. 70 Prozent übernimmt der Staat, 10 Prozent trägt die Caritas selber, der Rest kommt auf den Landkreis zu. Unter Einbeziehung einer 90-prozentigen Sachkostenbeteiligung muss der Kreis unter dem Strich jährlich 40 000 Euro beisteuern. Er kommt damit noch günstig weg. Würde er nämlich die Asylsozialberatung über eigenes Personal regeln, so hätte er pro Vollzeitkraft etwa 50 000 Euro im Jahr zu zahlen, ohne dass er dafür eine staatliche Unterstützung bekäme.

Der Kreisausschuss beschloss am Montag einstimmig, den Finanzierungsplan der Caritas zu akzeptieren und sich an den Kosten zu beteiligen. Der zu schließende Vertrag ist bis zum Jahresende 2017 befristet.

Unterdessen macht sich die "Lernende Region" weiterhin die Betreuung der dezentral untergebrachten Aslybewerber zur Aufgabe. Sie erhält dafür einen monatlichen Zuschuss von 400 Euro. Doris Dürr, die Leiterin des Projektes "Sprachpatenschaften", berichtete gestern dem Ausschuss, dass sie derzeit über 27 Freiwillige verfügt, die den Flüchtlingen das Leben in Deutschland erklären, sie bei Bedarf ständig begleiten und täglich in die Familien kommen. Sie freute sich, dass ihr verlässliche ehrenamtliche Helfer zur Verfügung stehen.

Für diese wertvollen Dienste dankte Landrat Thomas Ebeling. An einem dezentralen Angebot an qualifizierter Asylsozialberatung arbeite man im Landratsamt noch.
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