Auf Distanz zu Schießwütigen

Die Jagdhornbläser des Jägervereins St. Hubertus begleiteten den Gottesdienst musikalisch und bliesen den Hubertus-Gruß von Reinhold Stief. Zur weltlichen Feier begrüßten sie die Gäste mit dem Landesjägermeister-Konrad-Marsch. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
08.11.2015
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"Wir erlegen Wild, um regulierend in den Bestand einzugreifen". Hans Vornlocher möchte die Waidgerechtigkeit nicht "schießwütigen Möchtegern-Jägern überlassen, die aus abstrusen Ideologien oder blanker Gier heraus immer mehr Schalenwild niederstrecken wollen".

Bei der Hubertusfeier am Samstag in der Kreuzberggaststätte machte der Vereinsvorsitzende deutlich: "Waidgerechtigkeit, Hege und Verantwortung sind essentielle Werte, die untrennbar mit der Jagd verbunden sind". Die Jagd sollte Berufung sein, nicht nur ein Hobby. Sie dürfe sich nicht auf das Erlegen von Tieren reduzieren. "Verantwortungsvoll zu jagen, heißt selektiv zu jagen" , so der Vorsitzende.

Zur Waidgerechtigkeit zählt Hans Vornlocher den ethischen Umgang mit der Natur, die Beobachtung wildbiologischer Zusammenhänge, eine artgerechte Fütterung, Einhaltung der Schonzeiten und Beachtung des Nachtjagdverbotes. Die Hege sei im Jagdrecht verankert und verpflichte den Jäger, die Lebensgrundlagen der Wildtiere zu erhalten.

Wie soll dazu das Schlagwort der bayerischen Staatsregierung "Wald vor Wild" passen, fragte sich der Waidmann. Wieder einmal suche die Politik ein "jagdpolitisches Bauernopfer, das sich nicht wehren kann, nämlich das Rehwild", kritisierte Hans Vornlocher. Er setzt sich "quasi als Pflichtverteidiger" für das Rehwild ein. Die Devise müsse wieder heißen: Jagd u n d Wild.

Der Vereinsvorsitzende appellierte an die Jäger, "sensibel und überlegt" mit der Waffe umzugehen. Nicht wie kürzlich ein Waidmann in Nauen, der bei Dämmerung in einem Maisfeld ein Rascheln bemerkte, abdrückte und ein Liebespaar traf. Mit fatalen Folgen. Der Mann war tot, die Frau schwer verletzt.

Hans Vornlocher ehrte Gerhard Binner und Werner Grosser für 50-jährige und Wolfgang Buchmann für 40-jährige Mitgliedschaft. Die Hubertusfeier begann mit einem Gottesdienst in der Kreuzbergkirche. Pfarrer Francis nannte den Schutzpatron der Jäger, den heiligen Hubertus, einen "Glaubensboten". Die Jagdhornbläser begleiteten den Gottesdienst und die weltliche Feier musikalisch.
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