Auf neuer Brücke in die Zukunft

ZMS-Verbandsdirektor Thomas Knoll blickte auf die Geschichte des Industriegeländes zurück, auf dem die neue Warte entstand. Kollegen von anderen Anlagen, die er durch den neuen Leitstand führt, seien stets beeindruckt: "Die werden grün vor Neid", sagte Knoll. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
16.04.2015
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"Die Kollegen werden grün vor Neid, wenn ich ihnen das hier zeige" sagte Verbandsdirektor Thomas Knoll. Das Müllkraftwerk wird künftig von einer neuen Warte aus gesteuert, die von riesigen Monitoren geprägt wird. Ein Millionenprojekt steht damit vor dem Abschluss.

Seit 80 Jahren wird auf dem Gelände Industriegeschichte geschrieben, der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS) hat ein neues Kapitel aufgeschlagen: Die neue Leitwarte des Müllkraftwerks entstand an der Stelle, an der Mitte der 1930er Jahre ein Kohlekraftwerk zur Energieversorgung der Aluminiumwerke entstand. Heute versorgt das Müllkraftwerk das Nachfolgeunternehmen, die Nabaltec AG, mit Strom und Dampf.

Verbandsdirektor Thomas Knoll grub am Donnerstag etwas in den Annalen, nachdem ZMS-Vorsitzender Landrat Thomas Ebeling die rund 100 Gäste auf der "neuen Brücke" zur offiziellen Übergabe willkommen hieß. Wie Knoll verwies er darauf, dass das Kraftwerk mit der neuen Leittechnik für die Zukunft gerüstet sei. Für die Mitarbeiter vor der Wand mit den 22 jeweils 60 Zoll großen Monitoren gibt's genügend Platz und Tageslicht. Grund für den Neubau war auch, dass es für die teils 30 Jahre alte Regeltechnik keinen Service mehr gab. Ein Umbau in der alten Warte während laufenden Betriebs war nicht möglich. Platz sei Mangelware auf dem ZMS-Gelände, sagte Knoll, und so musste das alte Kraftwerk weichen. Das war leichter gesagt als getan, schließlich liefen Versorgungsleitungen zur Nabaltec kreuz und quer an den alten Kesseln entlang. Letztlich hat alles geklappt. Der Bau blieb im Kosten- und Zeitrahmen, Architekt Andreas Hottner habe sehr gute Arbeit geleistet, so Knoll. 4,265 Millionen Euro gab der ZMS aus. Für die gesamte neue Leittechnik sind 15 Millionen Euro veranschlagt. 89 Prozent der Auftragssumme wurden an Firmen aus dem Verbandsgebiet vergeben.

Architekt Andreas Hottner nannte einige Zahlen, ehe er dem "Bauherrn" Thomas Ebeling den symbolischen Schlüssel überreichte. Das neue Gebäude ist gut 35 Meter lang, 22 Meter breit und bis zu 20 Meter hoch. Es umfasst knapp 1700 Quadratmeter Geschossfläche. Die Warte ist im ersten Stock untergebracht, samt Büro für den Kraftwerksmeister, Sozial- und Technikräumen. Ein Laubengang sorgt für blendfreie Beleuchtung der Warte, die von der großen Monitorwand geprägt wird. Hottner dankte den Firmen für die gute Zusammenarbeit. Pfarrer Eugen Thumann segnete die neuen Warte und bat vor allem um den Segen für das Team, das im neuen Leitstand in fünf Schichten arbeiten wird.
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