Aufwertung auch im Geldbeutel

Rund 150 Mitarbeiter aus Kindertagesstätten und Behinderten-Einrichtungen aus der ganzen Oberpfalz machten am Donnerstag am Schwandorfer Marktplatz ihrem Unmut Luft. Sie forderten eine deutliche Aufwertung ihrer Arbeit nicht nur im Bild der Gesellschaft, sondern auch finanziell. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
21.05.2015
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"Diesmal kümmern wir uns um uns", sagt Elisabeth Ebert-Rappl. Mit über 150 streikenden Kollegen aus Erziehungs- und Sozialberufen trug sie gestern ihren Protest auf den Schwandorfer Marktplatz.

Der Streik an kommunalen Kindergärten und Kinderkrippen hat den Landkreis erreicht. In Wackersdorf und Burglengenfeld blieben die Einrichtungen geschlossen, am städtischen Kindergarten Schwandorf gibt's auch heute noch eine Notgruppe. "Aufwertung - jetzt" lautet die Forderung der Arbeitnehmer, die Verdi-Gewerkschaftssekretärin Manuela Dietz auch auf die Mitarbeiter der Behindertenhilfe ausdehnte. "Wenn nicht jetzt, wann dann" heißt es im "Streiklied", das immer wieder über den Marktplatz klang. Neben den Mitarbeiterinnen der bestreikten Kindergärten verwiesen Kollegen der Naabwerkstätten, der Barmherzigen Brüder Reichenbach, der Lebenshilfe und der "Dr. Loew Soziale Dienstleistungen" auf ihre Forderungen.

Die zielen auf mehr Geld und eine höhere Einstufung. Simon Ott (Naabwerkstätten) erinnerte daran, dass die "Gruppenleiter" neben ihrer Lehre zum Facharbeiter auch eine sonderpädagogische Prüfung ablegen müssen. "Wir leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft." Sein Kollege Werner Schaeffer (Lebenshilfe Cham) legte nach: "In der freien Wirtschaft würden wir als Fachkräfte viel mehr verdienen." Manfred Kohl (Dr. Loew Wernberg) fand drastische Worte: "Wir haben in den vergangenen 20 Jahren gerade 7,4 Prozent Lohnerhöhung bekommen. Wir krabbeln am Existenzminimum".

Melanie Wylezych (Kindergarten Burglengenfeld) verwies darauf, dass manche Erzieherinnen oder Pflegerinnen an Kindergärten einen Zweitberuf annehmen müssten, um Miete und Versicherungen bezahlen zu können: "Das kann nicht sein".

Melanie Dietz verweis darauf, dass Berufe wir Heilerziehungspfleger in den Eingruppierungs-Merkmalen der Behindertenhilfe bislang nicht auftauchen. Das soll sich ändern. Sie wies den Vorwurf der Arbeitgeberseite zurück, durch den Streik würden Eltern und Kinder erpresst. "Das tun die Arbeitgeber. Wenn sie uns ein vernünftiges Angebot vorlegen, unterbrechen wir den Streik".

Geld dafür sei vorhanden, sagte Dietz. Schließlich würden Bund und Länder mit milliardenschweren Mehreinnahmen in den kommenden Jahren rechnen. Am Mittwoch hatte eine bundesweite Gewerkschaftsversammlung in Fulda für eine Fortsetzung des Ausstands gestimmt.
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