Ausflug in die Romantik

Dagmar Spannbauer (links) und Michael Pöllmann (rechts) schlüpften in die Rolle von Clara und Robert Schumann. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
13.04.2015
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Ein Blick auf die Namen der Künstler macht deutlich: Komponieren war das Geschäft der Männer. Frauen traute die Gesellschaft das nicht zu, und außerdem hatten sich um die Familie zu kümmern. So der Zeitgeist im 19. Jahrhundert. Bei Clara Wieck (1819 - 1896), spätere Schumann, war das anders.

Das Kulturamt der Stadt eröffnete die Konrad-Max-Kunz-Tage am Samstagabend im Oberpfälzer Künstlerhaus mit Liedern und Texten von Clara und Robert Schumann. Clara Schumann brach aus den Konventionen aus, sie komponierte romantische Lieder, die heute noch gesungen und gespielt werden. Vater Friedrich Wieck erkannte bald die musikalische Begabung seiner Tochter und ließ sie auf dem Klavier und der Violine ausbilden und in Harmonielehre und Gesang unterrichten. Auf diese Weise begann Clara Wieck schon früh zu komponieren. Ihr späterer Ehemann Robert bestärkte sie darin und wünschte sich zum Geburtstag jeweils einen neuen Liederzyklus.

Unsterblich verliebt

Clara Schumann suchte sich dazu romantische Gedichte von Autoren ihrer Zeit aus und vertonte sie. Etwa die Verse von Friedrich Rückert: "Er ist gekommen in Sturm und Regen, ihm schlug beklommen mein Herz entgegen. Wie konnt' ich ahnen, dass seine Bahnen sich einen sollten mit meinen Wegen". Clara und Robert haben sich schon früh gefunden und unsterblich ineinander verliebt. Das geht aus den "Ehetagebüchern 1840 - 1844" hervor, aus denen der Schauspieler und Theaterregisseur Michael Pöllmann rezitierte. Im Wechsel mit der Sopranistin Dagmar Spannbauer und der Pianistin Maria Pritzel, die die romantischen Lieder der Clara Schumann eindrucksvoll interpretierten.

Eröffnung der diesjährigen Konrad-Max-Kunz-Tage mit einheimischen Künstlern: Darüber freute sich besonders Oberbürgermeister Andreas Feller. Die Organistin Maria Pritzel und die Sopranistin Dagmar Spannbauer kommen aus der Kirchenmusik, arbeiten seit drei Jahren zusammen und wagten diesmal einen Ausflug in die Romantik. Die drei Lieder aus Opus 12, die Clara Schumann komponierte und die am Samstag zum Programm gehörten, zählen Fachleute zu ihren erfolgreichsten Stücken.

Der folgende "Liederzyklus Opus 13" mit Gedichten von Heinrich Heine, Emanuel Geibel und Friedrich Rückert gefiel vor allem ihrem Ehemann Robert. Von ihm selbst stammt der Reihe "Frauenliebe- und leben, Opus 42", die im zweiten Teil des Konzertabends zu hören war. Der Dichter Adelbert von Chamisso beschreibt in acht Gedichten den Lebensweg einer Frau von der ersten Liebe bis zum Tod ihres Ehemannes. Das dargestellte Frauenleben entspricht den moralischen Vorstellungen des 19. Jahrhunderts von der treuen und hingebungsvollen Ehefrau.

Diplom-Kirchenmusikerin Maria Pritzel, Organistin in den Pfarreien St. Jakob und St. Andreas Fronberg, leitete die beiden Konzertabschnitte mit den Klavierkompositionen "Waldszenen" von Robert Schumann und "Trois Romances" von Clara Wieck ein.

Das weitere Programm

Anfang Mai geht es weiter im Programm der Konrad-Max-Kunz-Tage mit dem Kriminalstück "Das Geheimnis der gelben Narzisse" im Sperlstadl. Am 17. Mai singt der Schwandorfer Oratorienchor in der Jakobskirche die "Missa solemnis" von Mozart. Den Abschluss bildet ein Big-Band-Konzert mit dem Orchester "Swing A Ling Ding" am 13. Juni im Sperlstadl. Karten gibt es im städtischen Tourismusbüro, Telefon 0 94 31 / 455 50.
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