Ausschuss beschließt Testlauf

Vermutlich ab Januar 2016 wird die Ebert-Straße für mindestens acht Wochen zwischen Schwaigerstraße (vorne links) und Bahnhofstraße (Bildmitte) gesperrt. Der Durchgangsverkehrs soll so verdrängt werden. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
09.07.2015
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Die Friedrich-Ebert-Straße soll vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Ob das mit einfachen Mitteln klappt, will der Verkehrsausschuss mit einer Probephase ergründen. Einzelhandel und Gastronomie sind wenig begeistert.

Ohne große Debatte hat der Verkehrsausschuss des Stadtrates am Mittwoch einstimmig beschlossen, die Friedrich-Ebert-Straße zwischen "Kochlöffel" und Juwelier Schreiner testweise zu schließen. Der Versuch soll - später als zunächst geplant - Anfang 2016 beginnen und mindestens acht Wochen dauern. Die Sperre soll den reinen Durchgangsverkehr aus der Straße drängen.

Der Ausschuss stützt sich auf das Gutachten, das Professor Dr. Harald Kurzak im April vorgestellt hatte und das Ingenieur Robert Kellner vom Stadtbauamt nochmals zusammenfasste. Der Verkehr in der Ebert-Straße werde von etwa 5800 Fahrzeugen auf rund 3400 Autos sinken. Wenn die Prognose stimmt. Das soll die Testphase ebenso zeigen wie Aufschluss darüber geben, wie stark die Belastung auf der "Umfahrung" auf der Westrampe neben der Adenauerbrücke, der Pesserl- und der Naabufer Straße sein wird.

"Wann haben wir schon einmal die Gelegenheit, etwas ohne großes Risiko auszuprobieren", sagte Peter von der Sitt (UW) und traf damit die einhellige Meinung des Ausschusses. Andreas Weinmann (SPD) bat um Verständnis bei den Anliegern und der Geschäftswelt: "Es sollen alle profitieren." Verkehrs-Sachbearbeiter Jürgen Wagner von der Polizei sah als beratendes Mitglied keine besonderen Risiken. Auch die Bedenken von Burkhard Berger, der für die Nahverkehrsbetriebe spricht, konnten ausgeräumt werden: Busse und Taxen dürfen die Sperrung passieren. CSU-Sprecher Christian Eimer sprach sich ebenfalls für den Test aus. Die CSU sei aber weiter davon überzeugt, dass eine zusätzliche Naabbrücke zur Lösung der Verkehrsprobleme nötig sei. Überrascht reagierte Oberbürgermeister Andreas Feller auf einen Brief von Wirtschaftsforum, Einzelhandelsverband (EHV) und Gastronomie. Mit Vertretern der Geschäftswelt hatte sich der OB zu einem Gespräch getroffen. "Was in dem Brief gefordert wird, hatten wir doch alles besprochen", sagte Feller. Die Verschiebung des Testlaufs auf Januar ist ein Ergebnis des Gesprächs. Christiana Roidl-Burggraf (EHV) widersprach und sagte, im Brief seien die Forderungen nur noch einmal zusammengefasst. Begeistert sei die Geschäftswelt weiterhin nicht.
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